sehr ergreifende Geschichte im Zeitalter der DDR
Ich wurde selbst 1986 in der ehemaligen DDR geborgen und durch meine Familie habe auch ich das Gefühl, genau wie die Autorin in Ihrem Nachwort beschreibt, selbst dabei gewesen zu sein. Die Geschichte beginnt kurz nach dem Bau der Mauer und umfasst mehrere Zeitachsen. Im Mittelpunkt stehen mehrere Liebesgeschichten, die alle für sich alleine schon Stoff für ein ganzes Buch gewesen wären. Das beschriebene Leben in dem kleinen Örtchen nahe der Elbe erinnert mich sehr an mein Heimatdorf mit ca 2000 Einwohnern in der ehemaligen DDR. Die Friedhofsrituale, die ich von meiner eigenen Oma kenne, der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft, der auf alle Fälle vor der Wende überall in der ehemaligen DDR vorherrschte und trotz der ganzen Restriktionen durch das DDR-Regime waren die Menschen doch irgendwie glücklich. Die Menschen hatten mehr oder weniger alle das Gleiche und es war vorhersehbar. Es gab nicht die Vielzahl an Möglichkeiten und das Gefühl, was heute leider viele Menschen krank macht, dass wenn ich mich für das eine entscheide, dann entscheide ich mich gegen das andere, was ggf viel besser gewesen wäre. Auch die Zwänge und Restriktionen der Stasi finden hier im Buch Platz ohne dabei zu doll auszuufern. Die Liebesgeschichte von Jule und Andi finde ich sehr ergreifend und das Buch hat noch lange nachgehalt in meinen Gedanken. Die Sprache ist leicht und flüssig und ich hatte nie das Gefühl, dass es schwerfällig wird beim Lesen. Ich finde als Debütroman ein sehr gelungenes Werk und ich musste mir gegen Ende einige Tränen verdrücken so ergreifend fand ich es. Lange nicht so ein tolles Buch gelesen, was das Lebensgefühl der DDR so eindringlich eingefangen hat.