Poetisch

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Das Cover von Tanja Kokoska verspricht durch seinen schlichten Titel ein tiefgründiges Leseerlebnis. Der Schreibstil ist ungemein feinfühlig und poetisch, voller melancholischer und bildhafter Vergleiche. Die Spannung baut sich leise aus der isolierten Welt der Protagonistin Juli Mahlo auf, die nach dem Tod ihrer Mutter den traditionsreichen Laden „Blumen Mahlo“ allein weiterführt. Als sie im Auftragsbuch eine alte Notiz ihrer Mutter für eine Weihnachtsstern-Lieferung an Hans Habakuk entdeckt, wird sie gezwungen, ihre schützende Komfortzone zu verlassen. Die Charaktere sind mit feiner psychologischer Tiefe gezeichnet: vor allem die wortkarge Juli, die die geheimen Ängste ihrer Mitmenschen in einem Hasenheft sammelt, aber selbst eine panische Angst vor dem riesigen Flurschrank ihrer Wohnung hat. Ich erwarte einen herzerwärmenden Roman über das Überwinden von Ängsten und möchte unbedingt weiterlesen, um Juli bei ihrer ungewohnten Fahrt in die Böttcherstraße zu begleiten.