Von Ängsten, Blumen und der Kunst des Stillseins
Manchmal genügen wenige Seiten, um völlig in einer ganz eigenen, zart melancholischen Welt zu versinken. Der Auftakt zu Tanja Kokoskas Roman zieht einen sofort mit einer ganz leisen, unaufdringlichen Magie in den Bann. Im Mittelpunkt steht Juli Mahlo, die nach dem Tod ihrer Mutter und Großmutter das traditionsreiche Blumengeschäft der Familie ganz allein weiterführt – und das auf ihre ganz eigene, bedächtige Art, denn das Schweigen und das Beobachten sind ihre vertrautesten Begleiter. Schon der Einstieg mit dem verschwommenen Kindheitstrauma im Schnee erzeugt ein feines Frösteln und macht neugierig auf das Geheimnis, das über ihrer Herkunft liegt.
Besonders bezaubernd und tiefgründig ist Julis Angewohnheit, die verborgenen Ängste ihrer Mitmenschen zu ergründen und in einem kleinen, mit Hasen bemalten Heft festzuhalten. Die Szene mit der strengen Stammkundin Frau Giesbrecht, der Juli schlicht die Angst vor falschen Entscheidungen ansieht und ihr daraufhin einen heilsam bunten Strauß bindet, geht direkt ans Herz und zeigt Julis feine Empathie für die stillen Nöte anderer. Gleichzeitig kämpft sie mit ihren ganz eigenen Schatten: dem furchterregenden Schrank im Flur, der unberührten Trauer um die Mutter und dem zermürbenden Verharren in den eigenen vier Wänden. Als plötzlich ein alter Lieferauftrag für einen weißen Weihnachtsstern auftaucht, zwingt das Schicksal Juli dazu, ihre sichere Festung zu verlassen – ein kleiner Schritt für die Welt, aber ein riesiger für diese wundervoll eigenwillige Protagonistin. Der Sprachstil ist voller Poesie, herrlich unaufgeregt und fängt skurrile Alltagsmomente mit genau dem richtigen Schuss Wärme und Melancholie ein.
Ich möchte diesen Roman unglaublich gerne weiterlesen. Julis feinsinnige Art, die geheimnisvolle Familiengeschichte und der bevorstehende Ausflug in ihrer Kasten-Ente versprechen eine zutiefst berührende, kluge Wohlfühlgeschichte, die man am liebsten an einem kalten Abend in einem Zug verschlingen möchte.
Besonders bezaubernd und tiefgründig ist Julis Angewohnheit, die verborgenen Ängste ihrer Mitmenschen zu ergründen und in einem kleinen, mit Hasen bemalten Heft festzuhalten. Die Szene mit der strengen Stammkundin Frau Giesbrecht, der Juli schlicht die Angst vor falschen Entscheidungen ansieht und ihr daraufhin einen heilsam bunten Strauß bindet, geht direkt ans Herz und zeigt Julis feine Empathie für die stillen Nöte anderer. Gleichzeitig kämpft sie mit ihren ganz eigenen Schatten: dem furchterregenden Schrank im Flur, der unberührten Trauer um die Mutter und dem zermürbenden Verharren in den eigenen vier Wänden. Als plötzlich ein alter Lieferauftrag für einen weißen Weihnachtsstern auftaucht, zwingt das Schicksal Juli dazu, ihre sichere Festung zu verlassen – ein kleiner Schritt für die Welt, aber ein riesiger für diese wundervoll eigenwillige Protagonistin. Der Sprachstil ist voller Poesie, herrlich unaufgeregt und fängt skurrile Alltagsmomente mit genau dem richtigen Schuss Wärme und Melancholie ein.
Ich möchte diesen Roman unglaublich gerne weiterlesen. Julis feinsinnige Art, die geheimnisvolle Familiengeschichte und der bevorstehende Ausflug in ihrer Kasten-Ente versprechen eine zutiefst berührende, kluge Wohlfühlgeschichte, die man am liebsten an einem kalten Abend in einem Zug verschlingen möchte.