Was passiert, wenn ein Roman ganz leise beginnt – und plötzlich unter die Haut geht?
Es gibt Texte, die öffnen keine Tür, sie stellen sie einfach einen Spalt breit auf – und man steht trotzdem sofort im Raum. Dieser Romananfang tut genau das. Er kommt nicht mit Knall oder Katastrophe, sondern mit zwanzig Grad, gelbem Laternenlicht und der Behauptung eines „ganz normalen Tages“. Ein Satz, der sich beim Lesen bereits selbst widerspricht. Denn nichts an diesem Einstieg ist wirklich normal, höchstens kontrolliert ruhig. Und genau darin liegt seine Raffinesse.
Der Stil arbeitet mit Kontrasten, die sich langsam ineinanderschieben: Außenwelt und Innenwelt, mediterrane Kulisse und nordische Melancholie, Beobachtung und Bekenntnis. Triest wird nicht pittoresk ausgestellt, sondern als atmender Organismus beschrieben – eine Stadt ohne Individuen, ein Kollektiv, gegen das sich das Ich leise abgrenzt. Die Sprache ist klar, fast sachlich, aber unter dieser Oberfläche gärt es. Jeder scheinbar beiläufige Satz trägt Gewicht, als würde er etwas zurückhalten.
Auffällig ist der Rhythmus: ruhig, erzählend, beinahe essayistisch. Der Text nimmt sich Zeit, schweift ab, erlaubt Abschweifungen (Freud, Aale, Quizwissen), nur um dann umso härter in existenzielle Fragen zu kippen. Verlust, Begehren, Krankheit, das Älterwerden – alles tritt nicht dramatisch auf, sondern sickert ein. Besonders stark ist dabei die Körperlichkeit der Sprache: Sie ist schonungslos, manchmal sperrig, nie gefällig. Der Körper ist hier kein neutrales Gefäß, sondern ein Ort von Angst, Erinnerung, Lust und Widerstand.
Unkonventionell wirkt, wie selbstverständlich Intimes und Reflexives nebeneinanderstehen. Gedanken über Trauer und Sterben stehen gleichberechtigt neben erotischer Sehnsucht, ohne ironische Brechung, ohne Schutzschicht. Der Text riskiert viel – auch stilistisch. Er erlaubt sich Wiederholungen, gedankliche Schleifen, Grenzüberschreitungen ins Unangenehme. Gerade dadurch entsteht eine eigentümliche Ehrlichkeit, die man nicht „schön“ nennen kann, aber notwendig.
Dieser Romananfang liest sich wie ein langsames Öffnen der Schleusen: Erst fließt Licht, Wein, Urlaub. Dann Erinnerung, Verlust, Verlangen. Und man ahnt früh, dass das angekündigte Geständnis nicht nur eine Handlung auslösen wird, sondern etwas Grundsätzliches freilegt. Ein Text, der nicht gefallen will, sondern bestehen. Und der zeigt: Normalität ist oft nur die Oberfläche dessen, was wir uns gerade noch zumuten können.
Der Stil arbeitet mit Kontrasten, die sich langsam ineinanderschieben: Außenwelt und Innenwelt, mediterrane Kulisse und nordische Melancholie, Beobachtung und Bekenntnis. Triest wird nicht pittoresk ausgestellt, sondern als atmender Organismus beschrieben – eine Stadt ohne Individuen, ein Kollektiv, gegen das sich das Ich leise abgrenzt. Die Sprache ist klar, fast sachlich, aber unter dieser Oberfläche gärt es. Jeder scheinbar beiläufige Satz trägt Gewicht, als würde er etwas zurückhalten.
Auffällig ist der Rhythmus: ruhig, erzählend, beinahe essayistisch. Der Text nimmt sich Zeit, schweift ab, erlaubt Abschweifungen (Freud, Aale, Quizwissen), nur um dann umso härter in existenzielle Fragen zu kippen. Verlust, Begehren, Krankheit, das Älterwerden – alles tritt nicht dramatisch auf, sondern sickert ein. Besonders stark ist dabei die Körperlichkeit der Sprache: Sie ist schonungslos, manchmal sperrig, nie gefällig. Der Körper ist hier kein neutrales Gefäß, sondern ein Ort von Angst, Erinnerung, Lust und Widerstand.
Unkonventionell wirkt, wie selbstverständlich Intimes und Reflexives nebeneinanderstehen. Gedanken über Trauer und Sterben stehen gleichberechtigt neben erotischer Sehnsucht, ohne ironische Brechung, ohne Schutzschicht. Der Text riskiert viel – auch stilistisch. Er erlaubt sich Wiederholungen, gedankliche Schleifen, Grenzüberschreitungen ins Unangenehme. Gerade dadurch entsteht eine eigentümliche Ehrlichkeit, die man nicht „schön“ nennen kann, aber notwendig.
Dieser Romananfang liest sich wie ein langsames Öffnen der Schleusen: Erst fließt Licht, Wein, Urlaub. Dann Erinnerung, Verlust, Verlangen. Und man ahnt früh, dass das angekündigte Geständnis nicht nur eine Handlung auslösen wird, sondern etwas Grundsätzliches freilegt. Ein Text, der nicht gefallen will, sondern bestehen. Und der zeigt: Normalität ist oft nur die Oberfläche dessen, was wir uns gerade noch zumuten können.