Angst, die bleibt

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Das Cover dieses Romans wirkt fröhlich-bunt und einladend.
Die Autorin Wencke Mühleisen beschreibt in ihrem neuen Buch die Kluft in einer langjährigen Ehe. Erika und Jan sind 65 Jahre alt, sie haben beide ihre Bedürfnisse und Erwartungen schon lange dem anderen gegenüber nicht mehr geäußert. Erika fühlt sich nicht mehr begehrt, sie vermisst körperliche Nähe, Sexualität mit dem Partner. Im Urlaub gesteht ihr Jan dann sein Verhältnis zu einer jüngeren Frau.
Erika ist zutiefst verletzt, sie geißelt sich selbst, ihre Fantasie gaukelt ihr alle möglichen Szenarien vor. Das Selbstwertgefühl ist völlig zerstört, die Perspektiven scheinen aussichtslos und trostlos. Eine Paartherapie, die beide einige Zeit in Anspruch nehmen, bietet offensichtlich auch keine Lösung. Sie fürchtet sich vor der Zukunft, vor einem Neubeginn. Was kann sie jetzt im Alter noch erwarten?
Die Situation ist sehr authentisch beschrieben, keineswegs selten, denn viele Menschen werden sich hier in einer ähnlichen Situation wiederfinden.
Ein klarer, offener Schreibstil mit klugen und warmherzigen Aussagen macht das Buch sympathisch.