Gedanken-Karussell

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mathäs Avatar

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Ein kleines, aber feines Büchlein. Das Cover strahlt durch seine frühlingshaften Farben schon aufmunternd auf das Gemüt.
Die Geschichte ist von Wencke Mühleisen in einer lockeren Weise in der Ich-Form geschrieben. Überwiegend sind es die Gedankengänge der Hauptdarstellerin Erika. Erika ist Mitten in den Sechzigern und mit ihrem Mann Jan seit ihrer Studienzeit zusammen. Das Leben ist ruhiger geworden, man könnte ganz gemütlich mit seinem Mann alt werden und die Enkelkinder betreuen, wenn da nicht die Gedanken wäre, es könnte noch was anderen Kommen im Leben. Ein Gedanken-Karussell, dass die stetig begleitet. Ist es das gewesen? Diese Lebenphase kann ich gut nachspüren. Zwar ist Erika noch einen ticken älter als ich, aber diese Grübeleien in den Nächten oder den ruhigen Minuten am Tag sind mir bekannt. Nichtendende Monologe mit seinem eignen Ich. Man ist körperlich und geistig nicht mehr so rege. Die Leidenschaft nimmt unterschiedlich ab. Bedürfnisse werden angepasst, weil man meint der Partner möchte nicht dasselbe wie man selbst.
Wencke Mühleisen hat diese Empfindungen sehr authentisch rübergebracht.
Die Überschaubare Seitenanzahl und der flüssige Schreibstil, hat mich einen Mittag lang gut unterhalten und ich habe mich keine Minute lang gelangweilt. Vielen Dank.