Herzergreifend
Erikas Ehe droht auseinanderzubrechen, als ihr Mann ihr eines Abends im Urlaub gesteht, dass er seit bereits anderthalb Jahren eine Affäre mit einer 15 Jahre jüngeren Frau hat. Erika selbst droht auseinanderzubrechen; wir begleiten sie durch emotionale Ausnahmezustände und vor allem auch viele existentielle Fragen. Mit 65 Jahren möchte sie die Liebe und das Begehren noch lange nicht aufgeben, auch wenn sie das Gefühl hat, dass ihr Mann sie aufgegeben hat. Vor allem ihre Sehnsucht trieft nur so aus jeder Seite und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Erika ist dabei kein leicht verdaulicher Mensch: sie ist gehässig, sie liebt, sie ist dem Zusammenbruch nahe, sie hofft, sie zetert, sie beschimpft, sie ist irrational und gerade das macht es so spannend, in ihrem Kopf zu verweilen. Denn genau da befinden wir uns; sie erzählt uns wie einer guten Freundin, was ihr passiert ist. Das einzige Manko ist dabei, dass ihre Beziehung zu Jan vor allem in der Gegenwart präsentiert wird; so fällt es einem schwer, diese Figur genau so zu lieben und an ihr zu hängen wie Erika es tut.