Unerfülltes Begehren einer Frau im Alter - klug, witzig und sehr unterhaltsam
Erika reist mit ihrem Mann nach Italien, um ihre Ehe wiederzubeleben. Jan und sie sind 65 Jahre alt und haben einen erwachsenen Sohn.
Die Geschichte ist aus Sicht Erikas geschrieben. Sie liebt und begehrt ihren Mann und fragt sich, warum Jan nicht mehr intim mit ihr ist, ob er kein Verlangen hätte.
Sie erinnert sich, dass sie Jan vor 20 Jahren betrogen hatte und ob er nicht darüber hinweggekommen sei. Sie kommt nicht an ihn heran und stellt ihm die provozierende Frage, ob sie sich nicht freistellen wollen, das würde die Möglichkeit des Fremdgehens bedeuten. Als er dem gegenüber nicht abgeneigt ist, ist sie aufgewühlt und fängt an sich Fragen zu stellen, wie es zur jetzigen Situation gekommen ist. Gegenwart und Vergangenheit weiß Erika, machen sie aus. Sie lässt ihr Kennenlernen, die Situation ihrer Mutter (auf keinen Fall eine Degradierung auf eine enttäuschte Frauenrolle) und vor allem ihren damaligen Seitensprung Revue passieren. Dann gesteht Jan ihr, dass er seit geraumer Zeit mit einer Jüngeren zusammen ist. Sie weint, macht ihm Vorwürfe und sie entscheiden, dass sie eine Paartherapie aufsuchen werden. Erika wird mit Gedanken und Gefühlen überflutet, die sie hin und her wendet – unerfüllte Begierde, Eifersucht, Trauer, Zerrissenheit und Wut mit entsprechenden Ausbrüchen. In der Paartherapie erfahren wir auch Jans Äußerungen, die Erika wiederum gedanklich analysiert und versucht zu deuten, was auch witzig ist, denn es kommt, wie es sich entpuppt zu Fehldeutungen.
Die Gedanken sind tiefgründig und klug, erfassen trotz der Betroffenheit von Erika den gesellschaftlichen Überbau auch in ihrem Dasein als Frau, was den Leser in die Distanz katapultiert, (anregend), um dann wie ein Gummiband in die Befindlichkeit und in die Vordergründigkeit zu schnellen. Das erzeugt Spannung und Aufmerksamkeit. Eine breite Palette wird bedient und ich fühlte mich auf diese offene Art ein wichtiges Thema anzugehen aufgehoben und inspiriert; auch durch den Witz sehr gut unterhalten. Mir gefällt dieser Schreibstil, diese Art von Erzählungen; war ich schon beeindruckt von dieser Art zu schreiben von der auch norwegischen Autorin Vigdis Hjorth.
Wencke Mühleisen ist Genderforscherin. Als Performancekünstlerin in direkter eigener Darstellung in den 1980ger Jahren beschäftigte sie sich mit Geschlecht, Körper, Sexualität, Feminismus und Politik.
Die Geschichte ist aus Sicht Erikas geschrieben. Sie liebt und begehrt ihren Mann und fragt sich, warum Jan nicht mehr intim mit ihr ist, ob er kein Verlangen hätte.
Sie erinnert sich, dass sie Jan vor 20 Jahren betrogen hatte und ob er nicht darüber hinweggekommen sei. Sie kommt nicht an ihn heran und stellt ihm die provozierende Frage, ob sie sich nicht freistellen wollen, das würde die Möglichkeit des Fremdgehens bedeuten. Als er dem gegenüber nicht abgeneigt ist, ist sie aufgewühlt und fängt an sich Fragen zu stellen, wie es zur jetzigen Situation gekommen ist. Gegenwart und Vergangenheit weiß Erika, machen sie aus. Sie lässt ihr Kennenlernen, die Situation ihrer Mutter (auf keinen Fall eine Degradierung auf eine enttäuschte Frauenrolle) und vor allem ihren damaligen Seitensprung Revue passieren. Dann gesteht Jan ihr, dass er seit geraumer Zeit mit einer Jüngeren zusammen ist. Sie weint, macht ihm Vorwürfe und sie entscheiden, dass sie eine Paartherapie aufsuchen werden. Erika wird mit Gedanken und Gefühlen überflutet, die sie hin und her wendet – unerfüllte Begierde, Eifersucht, Trauer, Zerrissenheit und Wut mit entsprechenden Ausbrüchen. In der Paartherapie erfahren wir auch Jans Äußerungen, die Erika wiederum gedanklich analysiert und versucht zu deuten, was auch witzig ist, denn es kommt, wie es sich entpuppt zu Fehldeutungen.
Die Gedanken sind tiefgründig und klug, erfassen trotz der Betroffenheit von Erika den gesellschaftlichen Überbau auch in ihrem Dasein als Frau, was den Leser in die Distanz katapultiert, (anregend), um dann wie ein Gummiband in die Befindlichkeit und in die Vordergründigkeit zu schnellen. Das erzeugt Spannung und Aufmerksamkeit. Eine breite Palette wird bedient und ich fühlte mich auf diese offene Art ein wichtiges Thema anzugehen aufgehoben und inspiriert; auch durch den Witz sehr gut unterhalten. Mir gefällt dieser Schreibstil, diese Art von Erzählungen; war ich schon beeindruckt von dieser Art zu schreiben von der auch norwegischen Autorin Vigdis Hjorth.
Wencke Mühleisen ist Genderforscherin. Als Performancekünstlerin in direkter eigener Darstellung in den 1980ger Jahren beschäftigte sie sich mit Geschlecht, Körper, Sexualität, Feminismus und Politik.