Frauen in den 1930ern – ein bisschen anders und ganz viel gleich
Wie viele Bücher und die darin erhaltenen Geschichten wohl schon vergessen wurden? Das Werk „Was vor uns liegt“ von Alba de Céspedes wurde im Jahr 1938 erstmals in Italien herausgebracht und von den Faschisten sogleich wieder verboten. Durch die Neuauflage, beinahe 90 Jahre später, wird es vor dem Schicksal des Vergessens bewahrt.
Im Konvikt Grimaldi leben und studieren Frauen im Rom der 1930er. Mit dem Erhalt von Bildung erhoffen sie sich die Möglichkeit, ihr Leben freier gestalten zu können, denn die damals vorherrschenden Rollenbilder erlauben ihnen wenig Spielraum. Dieses gemeinsame Bestreben lässt die acht Frauen, die im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen, zusammen ihren Weg gehen, obwohl sie etwa Alter, Herkunft, ihr bisheriges Schicksal oder ihre Geheimnisse trennen könnten.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen. Sie eröffnet Stück für Stück den Zugang zu den verschiedenen Charakteren und ihren Lebenswelten. Dabei lernt man die acht Frauen mit ihren Gedanken, Sehnsüchten und Vorstellungen besser kennen und wie universell und zeitlos so vieles davon ist. Obwohl sich große Teile der Lebensumstände in den letzten fast 100 Jahren verändert haben (manches leider jedoch noch sehr ähnlich gestaltet ist), ist doch das Fühlen der Menschen und was sie an- und umtreibt, meiner Ansicht nach, noch recht gleichgeblieben. Genau in diesen Passagen fand ich das Buch kurzweilig, interessant und ansprechend.
Ich kann das Buch weiterempfehlen, da es für mich einen Ausdruck von innerer Verbundenheit von Menschen über die Zeit hinweg transportiert.
Die Idee, Bücher vor dem Vergessen zu bewahren, ist einfach großartig!