was hat das Leben zu bieten außer Mutter und Ehefrau zu sein im Jahr 1934

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lieberlesen21 Avatar

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1934 ist für mich ein interessantes Jahr, weil es das Geburtsjahr meiner Mutter ist. Natürlich war sie damals noch ein Baby und keine junge Frau wie die Studentinnen.
Der Roman „Was vor uns liegt“ von Alba de Céspedes spielt 1934 am Grimaldi Konvikt in Rom und greift das Leben von acht jungen Italienerinnen auf, die dort leben und studieren.
Erschienen ist der Roman erstmals 1938, wo er jedoch von der faschistischen Zensur ziemlich schnell verboten und jetzt im Jahre 2025 liegt eine neue Übersetzung von Esther Hansen vor.

Diese acht jungen Frauen bilden eine eingeschworene Gemeinschaft und treffen sich abends meist in einem der Zimmer der jungen Frauen, um zu lernen, aber auch um zu reden und ihre Gedanken, Hoffnungen, Sehnsüchte und Wünsche zu teilen.
Er stellt sich im Laufe der Geschichte heraus, dass jede ein Päckchen zu tragen hat, beziehungsweise etwas aus der Vergangenheit mitbringt, was sie belastet: Ein uneheliches Kind, schwierige, familiäre Verhältnisse beziehungsweise deren Sehnsüchte für das bessere Leben ihrer Tochter, heimliche Liebhaber.
Die Frauen wollen sich nicht mit ihrer Zukunft, die nach „Kinder, Küche, Kirche“ ruft, zufrieden geben, ein immer noch sehr aktuelles Thema!

Der Schreibstil ist für mich flüssig und ich habe mich beim Lesen sofort wohl gefühlt. Allerdings gibt es zeitweise ziemliche Längen im Text. Man muss auch gut aufpassen, damit man die Namen auseinander hält und wer zu wem gehört und welche Lebensumstände zu der jeweiligen Person.

Das Cover finde ich sehr zeitgemäß, für diese Zeit, ich kann mich an Fotografieren meiner Mutter erinnern, auf denen die Frauen ganz ähnlich aussahen und angezogen waren.