Zeitreise

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Rom, 1934. Das Grimaldi ist eine Art Wohnheim für junge Studentinnen, das von einem Kloster betrieben wird. Die acht im Fokus des Buches stehenden jungen Frauen befinden sich alle in dem Spannungsfeld zwischen den Ansprüchen des jeweiligen Studiums, den Erwartungen, die sie selbst und ihre Familien haben, und den Vorgaben des Klosters. Sie leben im Kloster in einer Art Paralleluniversum mit noch strengeren Regeln und Erwartungen. Man bekommt einen guten Eindruck von der Zeit, muss dabei aber auf die Feinheiten achten, denn Alba de Céspedes beschreibt sehr pointiert.
Auch sonst ist "Was vor uns liegt" ein Buch, das man aufmerksam lesen sollte, um die unterschiedlichen jungen Frauen und das Nebenpersonal immer auseinander halten zu können.
Das Buch las sich für mich über weite Strecken sehr distanziert. Ansonsten sprachlich sehr eingänglich und gut lesbar.
Für mich war es eine interessante Zeitreise, da das Buch aus der Zeit stammt, die es beschreibt. Es wird auch klar, warum die Autorin mit ihrem Buch angeeckt ist bzw sogar der Zensur zu Opfer fiel (trotzdem hätte ich mir hierzu eine kleine Einordnung des Verlags gewünscht): man merkt, dass das Buch von einer selbstbewussten Feministin stammt.