Revolution im Kleinen
Ich habe Wassermann von Lukas Hoffmann mit der Erwartung begonnen, einen intensiven, mitreißenden Coming-of-Age-Roman zu erleben, der persönliche Krisen mit gesellschaftlichem Aufbruch verknüpft. Und ja, Hoffmann gelingt es, Luk inmitten der katalanischen Unabhängigkeitskämpfe, Barcelona und fremden Straßen lebendig werden zu lassen. Man spürt seine Zerrissenheit, das Echo der sterbenden Mutter, die Suche nach Halt und die Sehnsucht nach Solidarität. Dennoch blieb bei mir ein Gefühl der Distanz: Die Geschichte ist kraftvoll erzählt, aber oft zu sprunghaft, die Figuren wirken teils wie Schatten, die nur an der Oberfläche kratzen. Auch der Schreibstil konnte mich nicht gänzlich überzeugen. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass das Buch keine extremen Längen aufweist. Ein Debüt, das Ambitionen zeigt, aber nicht ganz überzeugt. Leider nur drei von fünf Sternen.