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ceydaxdo Avatar

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Wassermann von Lukas Hoffmann ist ein Buch, auf das ich mich im Vorfeld sehr gefreut habe. Besonders das Zusammenspiel aus persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlich relevanten politischen Themen hat mein Interesse geweckt. Insbesondere war ich gespannt darauf, wie der Autor die Aspekte von Trauer und Schuld im Zusammenhang mit der Mutterfigur des Protagonisten behandeln würde.

Leider konnte mich das Buch letztlich nicht wirklich abholen. Bereits im Vorfeld war ich aufgrund der vergleichsweise geringen Seitenzahl etwas skeptisch und diese Befürchtung hat sich für mich bestätigt: Es werden zu viele Themen auf zu engem Raum behandelt. Dadurch fiel es mir schwer, wirklich in einen Handlungsstrang einzutauchen. Zudem war ich enttäuscht davon, wie unterschiedlich gewichtet die einzelnen Themenbereiche dargestellt wurden.

Ich hätte mir deutlich mehr Einblicke in den biografischen und familiären Hintergrund des Protagonisten gewünscht und dafür weniger Fokus auf andere Aspekte. Der Handlungsstrang rund um den Konflikt in Barcelona hingegen war lebendig und tragisch dargestellt, dieser Teil hat mir besonders gut gefallen.

Insgesamt hätte ich es begrüßt, wenn sich der Autor auf einen oder wenige zentrale Erzählstränge konzentriert und diese dafür vertieft ausgearbeitet hätte. Auch gelegentliche Perspektivwechsel hätten dem Roman zusätzliche Tiefe verleihen können.

Der Schreibstil war insgesamt eher unauffällig; allerdings haben mir eine gewisse Unflüssigkeit und mangelnde Kohärenz das Lesen stellenweise erschwert.

Daher vergebe ich leider nur 2 von 5 Sternen.