Zwischen den Welten und nirgendwo - Coming-of-Age

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leaost Avatar

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Angezogen von einem soghaften Cover und einem mystischen Titel habe ich mich dem Wassermann gewidmet. Während der Titel noch nichts über den Inhalt verrät, sprach mich die Ankündigung des Buches sehr an: Barcelona, die Suche nach sich selbst, die Auseinandersetzung mit Schuldgefühlen.
Im Roman taucht der Leser in die Welt von Luk ein, dessen Leben geprägt ist von familiären Herausforderungen, Krankheiten, Sucht und Distanz. Auf der anderen Seite lernt man ihn kennen als jungen Mann, der Schwierigkeiten hat, seine Gefühle zu versprachlichen und sich in dem Wunsch der Weltverbesserung selbst oft verliert.
Der Charakter scheint von einer tiefen Traurigkeit und Schwere geprägt, was sich in einem eher kurz gehaltenen Schreibstil widerspiegelt. Auch wenn der Schreibstil möglicherweise die Schwere der Geschichte verdeutlichen soll, haben mir beim Lesen etwas die Zusammenhänge gefehlt, wenn Passagen einer übergangslosen Aneinanderreihung von Beschreibungen glich.
Nichtsdestotrotz habe ich die Hauptfigur als sympathisch empfunden und habe mit ihm gelitten, wenn sich die Welt gegen ihn gedreht hat, und mich umso mehr für Momente der Leichtigkeit, der Verbundenheit und Freundschaft zu seinen Freunden und seiner Schwester gefreut.
Es hat mich in eine Nachdenklichkeit versetzt und damit gezeigt, dass es eine Wirkung auf mich hat und noch nachklingt, daher kann ich es interessierten Leser*innen empfehlen, die Lust darauf haben, sich ebenfalls in teils melancholische oder tiefgründige Gedankenwelten zu begeben und dabei Luk auf seiner Reise durch das facettenreiche Europa zu begleiten.