Zwischen alten Wunden und einem neuen Anfang

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riot24 Avatar

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Das Cover von Spring Mountain Sisters – We Break and Heal vermittelt auf den ersten Blick eine warme, romantische Kleinstadtatmosphäre. Die sanften Rosa- und Herbsttöne, das Farmhaus, die Sonnenblumen und die Kürbisse wirken gemütlich und einladend. Gleichzeitig deutet die zurückhaltende Körperhaltung der beiden abgebildeten Figuren an, dass zwischen ihnen unausgesprochene Gefühle und eine schwierige Vergangenheit liegen. Dadurch passt die Gestaltung sehr gut zur emotionalen Geschichte.

Die Leseprobe beginnt mit einem Abschied: Cleo und ihr langjähriger Freund Logan haben sich getrennt und müssen ein letztes gemeinsames Video für ihren erfolgreichen DIY-Kanal drehen. Besonders interessant fand ich den Gegensatz zwischen Cleos perfektem Lächeln vor der Kamera und ihren tatsächlichen Gefühlen. Nach außen präsentiert sie ein harmonisches Leben, während innerlich längst alles zerbrochen ist. Dieser Blick hinter die scheinbar makellose Welt sozialer Medien wirkt aktuell und glaubwürdig.

Parallel lernen wir Dax kennen, einen Drehbuchautor, der seit Monaten unter einer Schreibblockade leidet. Auch er trägt unverarbeitete Erinnerungen an Spring Mountains mit sich herum. Sowohl Cleo als auch Dax haben die Kleinstadt aus unterschiedlichen Gründen hinter sich gelassen und wollten nie zurückkehren. Während Cleo durch ein überraschendes Testament ihrer Großeltern zur Heimkehr gezwungen wird, hofft Dax, dort seine Kreativität wiederzufinden. Dass sich beide ausgerechnet an einem Ort voller gemeinsamer Erinnerungen erneut begegnen, bildet einen spannenden Abschluss der Leseprobe.

Cleo war mir schnell sympathisch. Sie wirkt organisiert, verantwortungsbewusst und humorvoll, versucht jedoch ständig, ihre Unsicherheit vor anderen zu verbergen. Besonders gegenüber ihren jüngeren Schwestern übernimmt sie sofort wieder die Rolle der Starken. Dax erscheint zunächst verschlossener und teilweise zynisch, doch hinter seiner kühlen Art sind Verletzlichkeit, Schuldgefühle und große Selbstzweifel zu erkennen. Dadurch wirken beide Figuren vielschichtig und authentisch.

Auch die Beziehungen zwischen den Nebenfiguren haben mir gefallen. Cleos Gespräche mit ihrer Schwester Juliet zeigen, dass zwischen den Schwestern trotz Spannungen eine enge Verbindung besteht. Gleichzeitig wird angedeutet, dass es innerhalb der Familie viele Geheimnisse und alte Konflikte gibt. Millie und Kalen lockern die emotionalen Szenen mit ihrem Humor auf, ohne dass die ernsten Themen dadurch an Wirkung verlieren.

Der Schreibstil ist modern, lebendig und gefühlvoll. Durch den Wechsel zwischen Cleos und Dax’ Perspektive erhält man Einblick in beide Gefühlswelten und erkennt, dass sie stärker miteinander verbunden sind, als sie sich eingestehen möchten. Die Beschreibungen der Landschaft und der Kleinstadt erzeugen außerdem eine gemütliche Atmosphäre, unter der jedoch zahlreiche unausgesprochene Konflikte brodeln.

Nach der Leseprobe möchte ich unbedingt erfahren, warum Dax Cleo damals ohne Erklärung verlassen hat, welche Geheimnisse ihre Familien verbergen und was genau die Schwestern geerbt haben. Besonders gespannt bin ich darauf, ob Cleo und Dax ihre alten Verletzungen überwinden können oder ob ihre Rückkehr zunächst noch mehr Schmerz hervorbringt.

Für mich ist We Break and Heal ein vielversprechender Auftakt über Schwesternschaft, familiäre Geheimnisse, zweite Chancen und die Frage, ob man wirklich neu anfangen kann, ohne sich vorher der eigenen Vergangenheit zu stellen. Ich empfehle das Buch allen, die emotionale Second-Chance-Romance, Kleinstadtgeschichten und authentische Figuren mit Ecken und Kanten mögen.