Second Chance, Schwesternbeziehungen und Familiengeheimnisse
Cleo und Dax haben dem Spring Mountain vor Jahren den Rücken gekehrt und kommen nun beide unabhängig voneinander zurück in ihre Heimatstadt. Ihre Jugendbeziehung ist damals nicht gut geendet und dementsprechend schwierig gestaltet sich ihr Aufeinandertreffen. Cleo kämpft gleichzeitig noch um die Beziehung mit ihren beiden Schwestern, die Renovierung des Hauses ihrer Großeltern und um die Auflösung des Geheimnisses um ihre Familie. Dax ist Autor und versucht, seine Schreibblockade zu überwinden. Trotz allem, was zwischen ihnen steht, kommen alte und neue Gefühle mehr und mehr an die Oberfläche.
Die Grundidee des Buches hat mich zunächst sehr angesprochen: Eine Second Chance-Liebesgeschichte, eingebettet in ein Erbschaftsmysterium und ein Renovierungsvorhaben, begleitet von einer nicht ganz einfachen Schwestern-Beziehung und der Suche nach der Auflösung eines Familiengeheimnisses, das immer noch seine Schatten wirft. Also bin ich zunächst voller Elan in die Geschichte gestartet. Das Setting gefiel mir ganz gut, auch wenn ich mir wohl eingestehen muss, dass dieses Cowboy-Ding mich nicht so ganz abholt. Tatsächlich hatte ich insgesamt etwas höhere Erwartungen gehabt, auch was beispielsweise die Renovierung des Hauses angeht.
Cleo mochte ich zu Beginn wirklich gern, ihre Art zu Denken und zu Handeln genauso wie ihre zwischenmenschlichen Beziehungen. Zu Dax hatte ich nicht wirklich eine Verbindung, im Laufe des Buches ist sie zwar etwas mehr geworden, aber leider war er bis zum Ende aus irgendeinem Grund nicht so ganz mein Fall. Ihre Beziehung habe ich zunehmend als schwierig empfunden. Wichtig bei Second Chance ist für mich, dass man Vergangenes aufarbeitet bzw. zumindest bespricht und darüber hinwegkommt, weil beide sich weiterentwickelt haben, die Rahmenbedingungen jetzt andere sind, usw. und man nun gemeinsam beschließt, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Dementsprechend hat es mich ziemlich gestört, dass Dax gegenüber Cleo nicht offen spielt. Auf der anderen Seite konnte ich Cleo dann teilweise nicht verstehen, die in Momenten, wo Dax ihr offensichtlich etwas Wichtiges gestehen will, sagt er möge still sein und das sei ihr jetzt alles zu viel. Auch die Entwicklung ihrer neuen Beziehung hat mich nicht überzeugt. Auf einmal kommen sie sich super schnell näher, dann macht sie wieder einen Schritt zurück und möchte es erst langsam angehen lassen. Ich verstehe, welche Gemütslage und Beziehung die Autorin damit ausdrücken wollte, aber irgendwie konnte ich das nicht mitgehen und die Charaktere sind mir mehr und mehr entglitten. Außerdem noch zu erwähnen: Das Thema, welches Dax für sein neues Buch wählt… naja, damit hat er bei mir keine Pluspunkte gesammelt.
Auch von der Schwesternbeziehung hatte ich mir viel erhofft. Es wird bereits ganz zu Beginn klar, dass sich nicht alle drei gleich gut miteinander verstehen bzw. dass insbesondere zwischen Cleo und Sage etwas steht. Dass so lange diesbezüglich nichts Nennenswertes passiert und die drei Schwestern mehr oder weniger gut nebeneinander im geerbten Haus leben, fand ich dann wieder schade. Ähnlich wie bei Dax und Cleo wird auch das zwischen Sage und Cleo für meinen Geschmack viel zu lange verschwiegen und bleibt einfach so stehen und man macht weiter.
Von der Gestaltung her gefiel mir die Aufmachung der Kapitelanfänge sehr gut und ich habe mich immer gefreut, wenn ich eine solche Seite aufgeschlagen habe. Generell hatten die Kapitel eine angenehmen Länge und ließen sich gut lesen. Schön fand ich auch, dass der Fließtext immer mal wieder durchbrochen wird von Textnachrichten, die teilweise ganze Kapitel ausmachen, Buchauszügen, usw.
Der Schreibstil der Autorin wiederum hat mir nicht so richtig gelegen. Insbesondere beschreibt sie für mein Empfinden vieles deutlich zu detailliert und gibt damit viele Infos, die es eigentlich für die Handlung nicht gebraucht hätte. Hier hat für mich die Balance zwischen dem Kreieren einer stimmungsvollen Atmosphäre und eines Settings, in das es einen sofort hineinzieht, und der Möglichkeit, die eigene Fantasie spielen zu lassen und Details nach eigenem Geschmack auszugestalten, gefehlt. Letzteres macht für mich in der Regel den besonderen Charme am Lesen (zum Beispiel auch verglichen mit Filmen) aus. Und die zu vielen Details bezogen sich in meinen Augen ebenso auf Äußerlichkeiten und Beschreibungen wie auf eine kleinteilige Wiedergabe der einzelnen Handlung. So kann das auch eine Erklärung sein, warum ich das Buch insgesamt als etwas und zu lang und damit einhergehend leider auch etwas langatmig empfunden habe. 100 bis 150 Seiten weniger hätten ihm meiner Meinung nach gut getan…
Zum Schluss noch ein positiver Punkt: Das Rätsel um das Familiengeheimnis hat durchweg einen kleinen Spannungsbogen oben gehalten und ich wollte bis zum Ende wissen, wie sich alles auflöst. Auch hier hätte es manchmal etwas flotter voran gehen können, denn die Schritte sind wirklich sehr klein und das Ganze steht nicht wirklich im Fokus. Aber das schiebe ich mal auf die Gesamtlänge des Buchs und wäre ebenso ein positiver Nebeneffekt des Kürzens.
Insgesamt eine ganz nette, sommerliche Geschichte, deren Charaktere und Schreibstil jedoch letztlich etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb.
Die Grundidee des Buches hat mich zunächst sehr angesprochen: Eine Second Chance-Liebesgeschichte, eingebettet in ein Erbschaftsmysterium und ein Renovierungsvorhaben, begleitet von einer nicht ganz einfachen Schwestern-Beziehung und der Suche nach der Auflösung eines Familiengeheimnisses, das immer noch seine Schatten wirft. Also bin ich zunächst voller Elan in die Geschichte gestartet. Das Setting gefiel mir ganz gut, auch wenn ich mir wohl eingestehen muss, dass dieses Cowboy-Ding mich nicht so ganz abholt. Tatsächlich hatte ich insgesamt etwas höhere Erwartungen gehabt, auch was beispielsweise die Renovierung des Hauses angeht.
Cleo mochte ich zu Beginn wirklich gern, ihre Art zu Denken und zu Handeln genauso wie ihre zwischenmenschlichen Beziehungen. Zu Dax hatte ich nicht wirklich eine Verbindung, im Laufe des Buches ist sie zwar etwas mehr geworden, aber leider war er bis zum Ende aus irgendeinem Grund nicht so ganz mein Fall. Ihre Beziehung habe ich zunehmend als schwierig empfunden. Wichtig bei Second Chance ist für mich, dass man Vergangenes aufarbeitet bzw. zumindest bespricht und darüber hinwegkommt, weil beide sich weiterentwickelt haben, die Rahmenbedingungen jetzt andere sind, usw. und man nun gemeinsam beschließt, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Dementsprechend hat es mich ziemlich gestört, dass Dax gegenüber Cleo nicht offen spielt. Auf der anderen Seite konnte ich Cleo dann teilweise nicht verstehen, die in Momenten, wo Dax ihr offensichtlich etwas Wichtiges gestehen will, sagt er möge still sein und das sei ihr jetzt alles zu viel. Auch die Entwicklung ihrer neuen Beziehung hat mich nicht überzeugt. Auf einmal kommen sie sich super schnell näher, dann macht sie wieder einen Schritt zurück und möchte es erst langsam angehen lassen. Ich verstehe, welche Gemütslage und Beziehung die Autorin damit ausdrücken wollte, aber irgendwie konnte ich das nicht mitgehen und die Charaktere sind mir mehr und mehr entglitten. Außerdem noch zu erwähnen: Das Thema, welches Dax für sein neues Buch wählt… naja, damit hat er bei mir keine Pluspunkte gesammelt.
Auch von der Schwesternbeziehung hatte ich mir viel erhofft. Es wird bereits ganz zu Beginn klar, dass sich nicht alle drei gleich gut miteinander verstehen bzw. dass insbesondere zwischen Cleo und Sage etwas steht. Dass so lange diesbezüglich nichts Nennenswertes passiert und die drei Schwestern mehr oder weniger gut nebeneinander im geerbten Haus leben, fand ich dann wieder schade. Ähnlich wie bei Dax und Cleo wird auch das zwischen Sage und Cleo für meinen Geschmack viel zu lange verschwiegen und bleibt einfach so stehen und man macht weiter.
Von der Gestaltung her gefiel mir die Aufmachung der Kapitelanfänge sehr gut und ich habe mich immer gefreut, wenn ich eine solche Seite aufgeschlagen habe. Generell hatten die Kapitel eine angenehmen Länge und ließen sich gut lesen. Schön fand ich auch, dass der Fließtext immer mal wieder durchbrochen wird von Textnachrichten, die teilweise ganze Kapitel ausmachen, Buchauszügen, usw.
Der Schreibstil der Autorin wiederum hat mir nicht so richtig gelegen. Insbesondere beschreibt sie für mein Empfinden vieles deutlich zu detailliert und gibt damit viele Infos, die es eigentlich für die Handlung nicht gebraucht hätte. Hier hat für mich die Balance zwischen dem Kreieren einer stimmungsvollen Atmosphäre und eines Settings, in das es einen sofort hineinzieht, und der Möglichkeit, die eigene Fantasie spielen zu lassen und Details nach eigenem Geschmack auszugestalten, gefehlt. Letzteres macht für mich in der Regel den besonderen Charme am Lesen (zum Beispiel auch verglichen mit Filmen) aus. Und die zu vielen Details bezogen sich in meinen Augen ebenso auf Äußerlichkeiten und Beschreibungen wie auf eine kleinteilige Wiedergabe der einzelnen Handlung. So kann das auch eine Erklärung sein, warum ich das Buch insgesamt als etwas und zu lang und damit einhergehend leider auch etwas langatmig empfunden habe. 100 bis 150 Seiten weniger hätten ihm meiner Meinung nach gut getan…
Zum Schluss noch ein positiver Punkt: Das Rätsel um das Familiengeheimnis hat durchweg einen kleinen Spannungsbogen oben gehalten und ich wollte bis zum Ende wissen, wie sich alles auflöst. Auch hier hätte es manchmal etwas flotter voran gehen können, denn die Schritte sind wirklich sehr klein und das Ganze steht nicht wirklich im Fokus. Aber das schiebe ich mal auf die Gesamtlänge des Buchs und wäre ebenso ein positiver Nebeneffekt des Kürzens.
Insgesamt eine ganz nette, sommerliche Geschichte, deren Charaktere und Schreibstil jedoch letztlich etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb.