Macht als Schicksal

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3ophix666 Avatar

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Schon nach den ersten Seiten von We Who Will Die war ich komplett in der Geschichte drin. Mich hat vor allem das Grundkonzept sofort überzeugt: eine Welt, in der Macht sichtbar ist und über den Wert eines Menschen entscheidet. Die Idee der Sigillen, der klaren gesellschaftlichen Hierarchie und der allgegenwärtigen Abhängigkeit von Macht wirkt nicht nur spannend, sondern auch beängstigend real. Ich wollte sehr schnell verstehen, wie dieses System funktioniert – und wie man darin überleben kann.

Arvelle hat mich als Hauptfigur direkt gepackt. Ich habe sie nicht als klassische Heldin wahrgenommen, sondern als jemanden, der aus purer Not heraus handelt. Ihre Stärke ist keine Pose, sondern eine Schutzschicht. Besonders ihre Beziehung zu ihren Brüdern hat mich emotional berührt, weil sie der Kern all ihrer Entscheidungen ist. Während des Lesens habe ich oft gedacht, dass ich an ihrer Stelle vermutlich nicht anders handeln würde – selbst wenn der Preis hoch ist.

Besonders stark fand ich das Konzept der Auslese und der Arena. Die Vorstellung, dass Menschen gezwungen werden, sich einem brutalen System zu unterwerfen, um Machtstrukturen zu erhalten, hat mich gleichzeitig fasziniert und abgestoßen. Genau dieser Widerspruch macht die Geschichte für mich so spannend. Arvelle wird nicht aus Ehrgeiz in diese Situation gedrängt, sondern aus Angst, Verantwortung und Liebe zu ihrer Familie – und das hat mich beim Lesen richtig mitgenommen.

Der Schreibstil hat es mir leicht gemacht, in der Welt zu bleiben. Ich hatte durchgehend klare Bilder im Kopf und das Gefühl, direkt an Arvelles Seite zu sein. Die düstere Atmosphäre, die Gewalt und die moralischen Grauzonen wirken nicht überzogen, sondern konsequent und passend zur Geschichte. Gerade deshalb haben mich viele Szenen lange beschäftigt.

Am Ende der Leseprobe war für mich klar, dass ich weiterlesen möchte. Nicht, weil ich wissen will, was passiert, sondern weil ich wissen will, wie Arvelle mit all dem umgehen wird. Das Konzept, die Welt und die Figuren haben bei mir genau das ausgelöst, was ich mir von einer starken Fantasygeschichte wünsche: Spannung, emotionale Nähe und das Gefühl, dass noch sehr viel auf dem Spiel steht.