Wenn Götter Vampire erschaffen

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
user13 Avatar

Von

Arvelles Leben im Dorn-Distrikt wirkt jetzt schon wie kein großes Fantasy-Abenteuer, sondern ein täglicher Kampf ums Überleben. Dass sie für ihren Bruder einen magischen Schuldschwur mit einem Vampir eingeht, wirkt verzweifelt, aber irgendwie auch absolut nachvollziehbar.
Die Leseprobe gefällt mir besonders, weil sie ruhig anfängt und trotzdem Spannung trägt. Man spürt Arvelles Müdigkeit, ihre Verantwortung und dieses ständige Rechnen mit Geld und Zeit. Die Tavernenszene wirkt lebendig, nicht überdramatisiert, und zeigt gut, wie aufmerksam und vorsichtig sie sein muss, um überhaupt durchzukommen.
Der Schreibstil ist auch recht angenehm, flüssig und bildhaft, ohne sich aufzudrängen. Er nimmt sich Zeit für kleine Details, die viel über die Welt und Arvelles Situation erzählen. Sie ist keine strahlende Heldin, sondern jemand, der tut, was nötig ist.
Ich glaube, dass sich die Handlung von der Auslese schnell zu etwas viel Größerem entwickelt. Die angedeutete Liebesgeschichte wirkt für mich aber jetzt schon schmerzhaft und kompliziert, eher Gefahr als Rettung.