3,5/5

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sternen_meer Avatar

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Mit We Who Will Die – Empire of Blood Band 1 von Stacia Stark startet eine düstere Fantasy-Romance, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen hat. Schon optisch ist das Buch ein echtes Highlight: Das geheimnisvolle Cover mit der goldgeprägten Münze und dem furchteinflößenden Wesen in der Mitte, der sandig wirkende 3D-Effekt sowie der wunderschöne schwarz-gelb/goldenen Farbschnitt machen das Buch zu einem besonderen Hingucker. Auch die detailreiche Karte im Inneren unterstreicht das aufwendig gestaltete Worldbuilding

Inhaltlich begleitet man Arvelle, die im gefährlichen Dorn-Distrikt ums Überleben kämpft. Um ihren Bruder zu retten, geht sie einen magischen Schuldschwur mit einem Vampir ein, mit dem Auftrag, den Imperator zu töten, einen uralten, gottgleichen Vampir. Um überhaupt in seine Nähe zu gelangen, muss sie an einer brutalen Auslese teilnehmen, einem Arenawettkampf, in dem nur die Stärksten bestehen. Zwischen tödlichen Prüfungen, politischen Intrigen, dunkler Magie und einer verbotenen Liebe wird Arvelle in eine Verschwörung hineingezogen, die das gesamte Reich erschüttern könnte

Der Schreibstil von Stacia Stark ist unglaublich flüssig und angenehm zu lesen. Man wird direkt in die Geschichte geworfen und taucht ohne Umwege in die Welt der verschiedenen Spezies, Machtstrukturen und Konflikte ein. Besonders die Arenakämpfe und Actionszenen sind intensiv und bildhaft beschrieben, das Kopfkino läuft sofort mit. Die Spannung bleibt durchgehend hoch, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Arvelle als Protagonistin ist stark, loyal und besitzt ein ausgeprägtes Ehrgefühl, vor allem wenn es um ihre Brüder geht. Gleichzeitig trifft sie Entscheidungen, die nicht immer durchdacht wirken, was stellenweise frustrierend sein kann. Dennoch macht genau das sie auch menschlich. Manche Nebenfiguren bleiben etwas blass, während andere, insbesondere die moralisch ambivalenteren Charaktere, deutlich mehr Tiefe besitzen und neugierig auf die weitere Entwicklung machen. Die romantischen Elemente sind vorhanden, stehen aber nicht permanent im Vordergrund, da die politischen und magischen Konflikte klar dominieren

Das Worldbuilding ist faszinierend und hebt sich in Teilen von typischen Vampirgeschichten ab. Zwar werden zu Beginn viele Begriffe und Strukturen eingeführt, ohne sofort ausführlich erklärt zu werden, doch mit der Zeit fügt sich vieles zusammen. Der Mix aus Gladiatorenkämpfen, Vampirherrschaft, göttlichen Einflüssen und Intrigen sorgt für eine dichte, atmosphärische Handlung

Insgesamt habe ich gemischte Gefühle: Einerseits hat mich die Geschichte mit ihren spannenden Wow-Momenten, dem Tempo und der düsteren Atmosphäre absolut gefesselt, andererseits hätte ich mir bei einigen Figuren und im Weltenbau noch mehr Tiefe gewünscht. Trotzdem ist We Who Will Die ein gelungener Auftakt, der neugierig auf die Fortsetzung macht. Für mich solide 3,5 Sterne und definitiv nicht mein letztes Buch von Stacia Stark