Düstere Fantasy mit Biss und ein paar Stolpersteinen

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
donnie_darko Avatar

Von

Irgendwie hat das Buch etwas an sich, aber gleichzeitig konnte es mich nicht komplett in seinen Bann ziehen. Dabei passt die Kombination aus Gladiatoren-Vibe und Vampiren wirklich gut zusammen und gerade der Einstieg hat mit dieser düsteren Atmosphäre sofort einen Sog erzeugt, dem man sich schwer entziehen kann.

Beeindruckt hat mich vor allem Arvelle. Ihre Entwicklung überrascht immer wieder und durch die emotionalen Rückblicke in ihre Vergangenheit ergibt sich nach und nach ein wirklich mitreißendes Gesamtbild. Auch die brutalen Wettkämpfe konnten durch den unverblümten Schreibstil überzeugen – man liest nicht nur darüber, sondern ist durch das Kopfkino sofort mittendrin. Zudem gab es einige Plots, die ich so absolut nicht kommen gesehen habe.

Dennoch hat mir das Worldbuilding einige Kopfschmerzen bereitet. Es werden für mich persönlich zu viele Nebencharaktere namentlich eingeführt, was es unnötig verwirrend macht. Da hätte ich mir mehr Fokus auf weniger Figuren und dafür mehr Tiefe gewünscht. Auch bei der Hierarchie und den antiken Wesen habe ich stellenweise den Überblick verloren; ein Glossar wäre hier wirklich nötig gewesen, da vieles bis zum Ende unklar blieb. Zudem blieben die romantischen Gefühle für mich leider eher flach und etwas unglaubwürdig.

💭 Fazit:

Wer auf komplexe, brutale Gladiatoren-Fantasy und politische Intrigen steht, wird hier trotz der Schwächen gut bedient. Die düstere Grundstimmung und Arvells Geschichte gehen unter die Haut, auch wenn der Lesefluss durch zu viele Namen manchmal stockt. Ein solider Auftakt, der trotz kleinerer Stolpersteine neugierig auf Band 2 macht.