Guter Auftakt

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karolina t. Avatar

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Die Protagonistin Arvelle nimmt an gefährlichen Gladiatorenkämpfen teil, um dem Kaiser nahe genug zu kommen um ihn zu töten. Grund dafür ist ein Pakt, den sie eingehen musste, um das Leben ihrer Brüder zu retten. Sie findet Freunde und Feinde, stößt auf eine Mordintrige und trifft auf eine alte Liebe … oder vielleicht eine zukünftige?

Zuallererst: Genau so hatte ich es mir vorgestellt, als ich die Beschreibung las: eine Fantasy-Romance mit Vampiren, inspiriert vom Römischen Reich. Kurz gesagt: Es trifft den Nagel auf den Kopf.

Das World Building war anfangs etwas verwirrend, da viele neue und teils ähnlich klingende Wörter verwendet wurden. Ich musste also mein Gehirn anstrengen, aber sobald ich den Dreh raushatte, hat es mir richtig gut gefallen. Das Römische Reich und die römisch-griechische Mythologie faszinieren mich und Elemente davon in einem Fantasy-Roman zu haben ist einfach mal was Anderes.

Das Magiesystem war leicht verständlich, und obwohl die Idee, Vampire in die Geschichte einzubauen, zunächst ungewöhnlich erscheinen mag, hat sie mir seltsamerweise gefallen.

Ich würde sagen, die Geschichte ist gleichermaßen Fantasy- und Romantik-lastig, und es ist nicht die typische Geschichte von Liebe auf den ersten Blick, sondern eher eine Art zweite Chance. Sowas sieht man heutzutage in Fantasy-Büchern ja eher selten.
Es ist auch irgendwie eine Dreiecksbeziehung, aber irgendwie auch nicht. Ich hoffe wirklich, die Autorin geht im zweiten Buch noch weiter darauf ein, denn ich finde, sie hat das Thema wirklich gut eingeführt – nicht übertrieben oder zu offensichtlich.

Ich hoffe also, das war erst der Anfang und es wird noch dramatischer und komplizierter.

Die Hauptfigur ist realistisch dargestellt. Sie ist weder übermächtig noch die Klügste, Beliebteste oder eine verschollene Erbin oder Ähnliches, sondern ist auf die Unterstützung anderer und einfach auf Glück angewiesen. An einer Stelle war ich von ihren Entscheidungen etwas enttäuscht, aber das wurde später erklärt. Ihr Verhalten war nachvollziehbar; ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was ich an ihrer Stelle besser gemacht hätte.

Die Beziehungen zwischen den Menschen, geprägt von all dem Schmerz und den alten Wunden, wirkten ebenfalls sehr realistisch.

Nun zur Handlung! Ich glaube, die Handlung hat mir sogar noch besser gefallen als die Liebesgeschichte. Sie war einfach unglaublich spannend, weil ich keine vergleichbaren Bücher kenne und deshalb nie wusste, was passieren würde. Handlungen, die sich stark auf Überlebensspiele konzentrieren, können manchmal etwas ermüdend sein. Es braucht also Geschick, die Leser zu fesseln, und ich finde, die Autorin hat das hier gut gemacht, indem sie einen Mordfall und eine (vielleicht) Dreiecksbeziehung geschickt miteinander verwoben hat.
Außerdem hatte dieses Mädchen so viel um die Ohren, so viele Probleme und so viel, was gegen sie sprach, dass sie gar nicht wirklich Zeit für Romantik hatte, haha.
Das machte sie mir nur noch sympathischer.

Ich hoffe, die Autorin taucht im nächsten Buch noch tiefer in die römisch-griechische Mythologie und die magischen Wesen ein. Ich will mehr davon lesen!

Alles in allem habe ich genau das bekommen, was ich mir gewünscht habe.

Ich sage voraus, dass das Ganze 2026 richtig gehypt wird und wir eine Flut von Fantasy-Romanen im Stil des Römischen Reiches erleben werden – was mich nicht stört, ich habe nur die Nase voll von Feen und Drachen.
Bringt die Vampire zurück! Und das Römische Reich! (Natürlich nur in der Literatur.)