Vampirherrschaft im antiken Rom

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«We Who Will Die» ist der Auftakt zu Stacia Stark neuer Romantasy-Reihe, die einen in eine kompromisslose, brutale Welt wirft und dabei kaum Zeit zum Durchatmen lässt. In einem Setting, das stark an das antike Rom erinnert, treffen Gladiatorenkämpfe auf Vampirherrschaft, politische Intrigen und eine Heldin, die gezwungen ist, über sich hinauszuwachsen.

Im Zentrum steht Arvelle, die im gefährlichen Dorn-Distrikt ums tägliche Überleben kämpft. Als es ihrem schwer erkrankten Bruder immer schlechter geht, bleibt ihr keine andere Wahl als auf einen magischen Schuldschwur einzugehen. Doch ihr Auftrag scheint schier unmöglich zu sein, denn sie soll den Imperator töten. Der Weg dorthin führt durch eine gnadenlose Auslese in der Arena, in der nur die Stärksten bestehen.

Was sofort auffällt, ist das hohe Tempo. Arenakämpfe, Training, Machtspiele und Geheimnisse greifen nahtlos ineinander. Dabei entsteht ein permanentes Gefühl von Unsicherheit, denn weder Figuren noch Entwicklungen sind wirklich vorhersehbar. Gerade diese Unberechenbarkeit sorgt für einen starken Lesesog.

Arvelle selbst ist eine Protagonistin, die nicht durch Perfektion glänzt, sondern durch Durchhaltevermögen. Sie zweifelt, trifft nicht immer kluge Entscheidungen und ist körperlich oft unterlegen. Trotzdem wächst sie an ihren Herausforderungen und beweist eine bemerkenswerte innere Stärke. Ihre Motivation bleibt dabei stets greifbar: der Schutz ihrer Familie.

Besonders spannend ist das Beziehungsgeflecht. Zwischen zwei Vampiren entwickelt sich eine langsame, emotional aufgeladene Dynamik, die bewusst auf einen klassischen Romance-Fokus verzichtet und stattdessen auf Spannung und Unsicherheit setzt. Die Frage, wem man vertrauen kann, zieht sich durch das gesamte Buch.

Das Worldbuilding hingegen bleibt stellenweise eher vage. Viele Konzepte wie Magiesysteme, gesellschaftliche Hierarchien oder verschiedene Wesen werden angerissen, aber nicht immer vollständig erklärt. Das kann zu Beginn verwirrend sein, verliert jedoch an Gewicht, sobald man sich stärker auf die Handlung und die Figuren einlässt.

Ein klarer Pluspunkt sind die zahlreichen unerwarteten Wendungen. Immer wieder nimmt die Geschichte neue Richtungen, so dass sie mich total mitreissen konnte. Besonders das Finale legt noch einmal deutlich an Intensität zu und gipfelt in einem Cliffhanger, der einen die Fortsetzung herbeisehnen lässt.