Magie, die ihren Preis fordert

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melwot Avatar

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Die Leseprobe zu Weavingshaw hat mich von der ersten Seite an tief beeindruckt. Heba Al-Wasity entwirft eine düstere, atmosphärische Welt, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Besonders fasziniert hat mich die Protagonistin Leena Al-Sayer. Ihre Verzweiflung, ihren schwerkranken Bruder Rami zu retten, ist fast körperlich spürbar und macht sie zu einer unglaublich starken, sympathischen Figur.


Das Setting in der rußigen Stadt Golborne erinnert an ein viktorianisches London mit einer Prise Magie und Schrecken. Der geheimnisvolle „Saint der Stille“, ein Inquisitor, der Geheimnisse gegen Medizin eintauscht, ist ein faszinierender Gegenspieler. Der Moment, in dem Leena ihm ihr dunkelstes Geheimnis offenbart – dass sie die Toten sehen kann –, war mein absolutes Highlight. Die Vorstellung von Geistern, die als unsichtbare Wesen in unserer Welt verharren, verleiht der Geschichte eine schaurig-schöne Tiefe.


Der Schreibstil ist elegant und bildhaft, was die bedrückende Stimmung perfekt untermalt. Die Mischung aus familiärer Verbundenheit, politischer Unterdrückung und dem Übernatürlichen verspricht eine hochspannende Handlung. Ich möchte unbedingt wissen, welchen Preis Leena am Ende für die Rettung ihres Bruders zahlen muss und wie sie ihre Gabe in dieser gefährlichen Welt einsetzen wird. Ein absolut fesselnder Auftakt, der Lust auf mehr macht!