Atmosphärisch

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
buchlabyrinth Avatar

Von

Darum geht's:
"Weavingshaw" ist ein Gothic Romantasy Roman, der in einer fiktiven Welt spielt, die von politischen Unruhen erschüttert ist. Leenas Familie ist geflohen, ihr Vater sitzt im Gefängnis, da er eine Gewerkschaft gründen wollte, Leena und ihr jüngerer Bruder Rami leben in ärmlichen Verhältnissen. Als Rami am Straßenkehrerhusten erkrankt, entscheidet Leena zu dem gefürchteten St. Silas zu gehen, der im Tausch gegen Geheimnisse Handel eingeht und ihr das Heilmittel für den Husten geben könnte.

Idee/ Umsetzung:
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gefallen, das Tempo ist eher langsam, aber dafür sehr atmosphärisch. Die zweite Hälfte nahm dann auch deutlich an Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich förmlich.
Was ich bei dem Buch gesucht und gefunden habe, ist das Gänsehaut Feeling während des Lesens - Geister, Dämonen und eine Welt, die vor meinem inneren Auge die ganze Zeit in Sepia getaucht schien, das war wirklich toll.
Was ich etwas schade fand war die Tatsache, dass wir Weavingshaw erst in der zweiten Hälfte besuchen und dann vieles ins Rollen kam. Das hätte gerne schon etwas eher passieren dürfen. Dafür gab es manche Nebenstränge, die etwas oberflächlich und dadurch undurchsichtig blieben, wie die politischen Unruhen beispielsweise.
Die übernatürlichen Themen der Geister und Dämonen fand ich dagegen richtig gut platziert, da die Informationen dazu nur langsam einflossen und ich immer wieder überrascht werden konnte.

Figuren:
Was ich besonders überzeugend fand, waren sowohl die Protagonisten als auch ihre Beziehung zueinander. Das hier ist mal wirklich Slowburn und am Anfang spürbares Enemies to Lovers. Leena fand ich sehr smart und sympathisch beschrieben und Saint hat mir zunächst als Antiheld und später als Lover auch sehr gefallen. Über Rami hätte ich mich manchmal furchtbar aufregen können, aber selbst die Nebenfiguren haben eine gewisse Tiefe erreicht, was ich richtig gut fand. Hier halten sich Plot und Figuren die Waage.

Die zweite Hälfte bis zum Ende war wie erwähnt deutlich schneller erzählt, hier hätte ich mir ein etwas ausgewogeneres Tempo gewünscht, dann hätte die erste Hälfte weniger Längen gehabt. Das Ende war gelungen, es ist zwar offen, aber in meinen Augen nicht so dramatisch, dass ich sofort weiterlesen müsste.

Fazit:
"Weavingshaw" konnte mich durch seine düstere Atmosphäre und die Figuren überzeugen. Die erste Hälfte fand ich etwas schleppend, dafür war die zweite Hälfte rasant und hielt die ein oder andere Wendung parat. Ich wurde gut unterhalten und kann das Buch mit einigen kleinen Kritikpunkten empfehlen.