Dämonisch gut

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Hier geht es um Leena, die mit ihrer Familie aus Algaraa geflüchtet ist. Seit einigen Jahren kann sie Geister wahrnehmen, wodurch ihr Leben sehr viel komplizierter geworden ist. Als ihr Bruder schwer erkrankt, wendet sie sich in ihrer Verzweiflung an den gefürchteten St. Silas. Dieser bezahlt für Geheimnisse, aber die Leute, die ihm ein Geheimnis verkauft haben, sind danach oft nicht mehr dieselben. Obwohl Leena vor ihm gewarnt wurde, schließt sie für die Genesung ihres Bruders einen Handel. Dafür muss sie für St. Silas einen Geist finden und ihr Weg führt sie zu dem unheimlichen Anwesen Weavingshaw.

Die Atmosphäre hat mir richtig gut gefallen. Sie ist düster, geheimnisvoll und oft konnte ich die Kälte förmlich spüren. Ständig lauert unterschwellig Gefahr (oder andere Kreaturen) und Weavingshaw scheint ein unheimliches Eigenleben zu führen.

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die beiden Hauptfiguren, Leena und St. Silas. Leena würde alles für ihre Familie tun, sie ist eine Kämpferin, klug, besitzt eine sehr gute Beobachtungsgabe und kann ihre Emotionen nur schwer verstecken. St. Silas dagegen ist kontrolliert, beherrscht, undurchschaubar und gefährlich.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich wirklich sehr langsam, es handelt sich um wunderbaren, maximalen slow burn. Dadurch wird sie aber auch realistisch, denn die Gefühle haben Zeit, sich zu entwickeln.

Die Welt hätte gerne noch ausgebauter sein dürfen. Es gibt einen guten Überblick über die relevanten Länder und Begebenheiten, sodass schon Worldbuilding gegeben ist. Aber ich mag es, wenn ein detailliertes Bild gezeichnet wird. Gegen eine Karte hätte ich ebenfalls keine Einwände gehabt.

Ein Aspekt, der mir auch gut gefallen hat, sind die Themen, die die Autorin in die Geschichte eingebunden hat, darunter Flucht, Ausgrenzung, Diskriminierung und Ausbeutung. Vieles davon hat Leena mit ihrer Familie schon selbst erlebt, wodurch sie gut greifbar werden.

Die Handlung ist gerade in der Mitte eher gemächlich und damit bestimmt nicht für alle was. Aber es gibt stets neue Enthüllungen und so setzt sich aus vielen kleinen Rätseln nach und nach ein Bild zusammen.

Am Ende nimmt die Spannung dann zu, es gibt noch einige Sachen zu lösen und natürlich endet die Geschichte so, dass ich jetzt sehnsüchtig auf den nächsten Teil warte. Ich vergebe 4,5 Sterne.