Düster, intensiv und absolut fesselnd

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caro_si Avatar

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Weavingshaw verbindet das Mystische und die Parallelen zur realen Welt mit Spannung, düsterer Atmosphäre und unerwarteten Wendungen.

Darum geht es:
In einer düsteren Welt am Rande der Industrialisierung, wo Arbeiteraufstände und Willkür herrschen, kämpft Leena ums Überleben. Als ihr Vater verhaftet wird und ihr Bruder todkrank darniederliegt, trifft sie eine verzweifelte Entscheidung: Sie sucht den gefürchteten Saint Silas auf, der Wünsche erfüllt – für den Preis eines Geheimnisses. Doch was als Rettungsversuch beginnt, wird zur Falle. Silas erkennt Leenas verborgene Fähigkeit, Geister zu sehen, und zwingt sie in seinen Dienst. Widerwillig begibt sie sich an seiner Seite auf Geisterjagd, gefangen zwischen Faszination und Furcht. Je tiefer sie in Silas' dunkle Welt eintaucht, desto mehr enthüllt sich ein grauenerregendes Geheimnis …

St. Silas’ Charakter fand ich anfangs immer sehr unterkühlt, unnahbar und sehr abweisend. Er hat selten etwas wirklich Menschliches gezeigt. Ich hatte sehr lange gebraucht, um auch nur eine Ahnung von seinen Beweggründen zu haben. Je weiter die Geschichte vorangeschritten ist, desto menschlicher wurde er. Zumindest gegenüber Leena, die immer öfter hinter seine hohe Mauer schauen konnte.
Leena hingegen ist ein taffer und sehr kluger Charakter, der in manchen Situationen einfach zu nett für diese Welt scheint. Ich liebe es, wenn sie gegenüber St. Silas nicht immer klein beigibt, sie Fragen stellt, auch wenn sie es nicht immer sollte, und alles für ihren Bruder tut, auch wenn sie dadurch selbst in Gefahr oder in einem Vertrag mit St. Silas gerät.
Die Dynamik zwischen Leena und St. Silas ist richtiger Slow-Burn. Der anfängliche Hass und die Abneigung der zwei sind nach und nach weniger geworden. In winzigen Schritten und sehr glaubwürdig. Ich habe auf jeden Annäherungsversuch hingefiebert.

Beide Charaktere haben eine sehr große Veränderung durchleben. Gerade St. Silas. Er ist von dem unnahbaren, kalten Charakter zu einem nahezu perfekten Book-Boyfriend geworden, der Leena schützen möchte, ohne dabei die Komplexität, die der Charakter hat, einbüßen zu müssen.

Was mir sehr gut gefallen hat, war, dass die Romance klar im Hintergrund war. Im Vordergrund war ganz klar der Fantasy-Plott der einfach grandios war. Die Autorin hat es geschafft die Spannung permanent aufrechtzuerhalten und immer wieder Theorien in meinem Kopf gepflanzt.
Außerdem wurden Handlungen und Geheimnisse zu genau der richtigen Zeit offengelegt.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er hat perfekt zu du der Atmosphäre und dem Setting mit den ganzen Adelspersonen gepasst. Es wirkte nie überladen, sondern war immer flüssig und melodisch.

Die Themen wie Migration, Integrität, Herkunft, Identität und die Vorurteile subtil, aber wirkungsvoll in die Geschichte mit eingeflochten wurden geben der Geschichte nochmal eine ganz andere Wirkung, Relevanz und Emotionalität.

Auch ohne viel Action war das Buch mit den sehr intensiven Emotionen, Geheimnissen, inneren Konflikten und Wendungen die unvorhersehbar für mich waren, sehr spannend.

Jeder der düstere gothic Romantasy mit den Fantasy-Plott im Vordergrund mag, der sollte Weawingshaw unbedingt lesen.

Nach diesem Ende möchte ich auf jeden Fall Band zwei lesen und zurückkehren zu der Geschichte von Leena und St. Silas.