Ein überaus gelungener, atmosphärisch dichter Auftakt
Schon die Grundidee von Weavingshaw hat mich neugierig gemacht. Statt auf ein klassisches Fantasy-Setting zu setzen, erschafft Heba Al-Wasity einen Ort, der sich von vielen anderen Genrevertretern deutlich abhebt. Weavingshaw wirkt von Beginn an geheimnisvoll und ein wenig unnahbar. Die Bewohner leben mit alten Traditionen, festgefahrenen Ansichten und Geschichten, die oft mehr Wahrheit enthalten, als zunächst angenommen wird. Genau dieses Gefühl, dass sich hinter jeder Ecke ein weiteres Geheimnis verbergen könnte, hat mich durch das Buch getragen.
Besonders gut gefallen hat mir dabei die Atmosphäre. Die Autorin schafft es, eine Stimmung zu erzeugen, die gleichzeitig faszinierend und bedrückend wirkt. Während des Lesens hatte ich immer wieder das Gefühl, dass über der gesamten Handlung ein Schatten liegt und längst nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Gerade die düsteren Elemente haben für mich hervorragend funktioniert, weil sie nie ausschließlich auf Schockmomente setzen, sondern sich langsam und beinahe schleichend entfalten.
Der Schreibstil hat mir insgesamt ebenfalls gut gefallen. Er ist angenehm zu lesen, ohne dabei zu schlicht zu wirken, und legt einen starken Fokus auf die Figuren und ihre Emotionen. Dadurch fiel es mir leicht, mich in ihre Gedanken und Beweggründe hineinzuversetzen. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte viel Zeit für ihre Entwicklungen. Das empfand ich überwiegend als positiv, auch wenn sich einige Passagen im Mittelteil für meinen Geschmack etwas gezogen haben.
Ein großer Pluspunkt waren für mich die Charaktere. Viele Figuren bewegen sich nicht in klaren Schwarz-Weiß-Mustern, sondern handeln nachvollziehbar aus ihren eigenen Überzeugungen heraus. Gerade dadurch entstehen Konflikte, die sich glaubwürdig anfühlen. Besonders interessant fand ich, wie Vorurteile, Erwartungen und gesellschaftliche Strukturen die Entscheidungen der Figuren beeinflussen. Dadurch geht es in Weavingshaw um deutlich mehr als nur die eigentliche Handlung.
Auch das Worldbuilding konnte mich überzeugen. Die Autorin erklärt ihre Welt nicht in langen Infodumps, sondern lässt viele Informationen organisch in die Geschichte einfließen. Dadurch wirkt die Welt lebendig und gewachsen. Gleichzeitig verlangt das Buch etwas Aufmerksamkeit, da nicht jede Information sofort erklärt wird. Mir persönlich gefällt diese Art des Erzählens meist sehr gut, weil man die Welt gemeinsam mit den Figuren entdeckt.
Wenn ich einen Kritikpunkt nennen müsste, dann wohl das Erzähltempo. Während der Anfang und das Ende mich problemlos bei der Stange halten konnten, gab es im Mittelteil einige Abschnitte, die sich etwas wiederholend anfühlten. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Straffung gewünscht. Außerdem bleiben manche Aspekte der Welt zunächst recht vage, was zwar Neugier weckt, bei mir aber auch gelegentlich Fragen offenließ.
Nichtsdestotrotz habe ich Weavingshaw sehr gerne gelesen. Das Buch lebt von seiner Atmosphäre, seinen vielschichtigen Figuren und der Art, wie sich die Geheimnisse der Welt Stück für Stück entfalten. Wer Fantasy mit einem starken Fokus auf Stimmung, Charakterentwicklung und gesellschaftliche Konflikte mag, sollte sich diesen Titel definitiv näher ansehen.
4,5/5 Sterne
Besonders gut gefallen hat mir dabei die Atmosphäre. Die Autorin schafft es, eine Stimmung zu erzeugen, die gleichzeitig faszinierend und bedrückend wirkt. Während des Lesens hatte ich immer wieder das Gefühl, dass über der gesamten Handlung ein Schatten liegt und längst nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Gerade die düsteren Elemente haben für mich hervorragend funktioniert, weil sie nie ausschließlich auf Schockmomente setzen, sondern sich langsam und beinahe schleichend entfalten.
Der Schreibstil hat mir insgesamt ebenfalls gut gefallen. Er ist angenehm zu lesen, ohne dabei zu schlicht zu wirken, und legt einen starken Fokus auf die Figuren und ihre Emotionen. Dadurch fiel es mir leicht, mich in ihre Gedanken und Beweggründe hineinzuversetzen. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte viel Zeit für ihre Entwicklungen. Das empfand ich überwiegend als positiv, auch wenn sich einige Passagen im Mittelteil für meinen Geschmack etwas gezogen haben.
Ein großer Pluspunkt waren für mich die Charaktere. Viele Figuren bewegen sich nicht in klaren Schwarz-Weiß-Mustern, sondern handeln nachvollziehbar aus ihren eigenen Überzeugungen heraus. Gerade dadurch entstehen Konflikte, die sich glaubwürdig anfühlen. Besonders interessant fand ich, wie Vorurteile, Erwartungen und gesellschaftliche Strukturen die Entscheidungen der Figuren beeinflussen. Dadurch geht es in Weavingshaw um deutlich mehr als nur die eigentliche Handlung.
Auch das Worldbuilding konnte mich überzeugen. Die Autorin erklärt ihre Welt nicht in langen Infodumps, sondern lässt viele Informationen organisch in die Geschichte einfließen. Dadurch wirkt die Welt lebendig und gewachsen. Gleichzeitig verlangt das Buch etwas Aufmerksamkeit, da nicht jede Information sofort erklärt wird. Mir persönlich gefällt diese Art des Erzählens meist sehr gut, weil man die Welt gemeinsam mit den Figuren entdeckt.
Wenn ich einen Kritikpunkt nennen müsste, dann wohl das Erzähltempo. Während der Anfang und das Ende mich problemlos bei der Stange halten konnten, gab es im Mittelteil einige Abschnitte, die sich etwas wiederholend anfühlten. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Straffung gewünscht. Außerdem bleiben manche Aspekte der Welt zunächst recht vage, was zwar Neugier weckt, bei mir aber auch gelegentlich Fragen offenließ.
Nichtsdestotrotz habe ich Weavingshaw sehr gerne gelesen. Das Buch lebt von seiner Atmosphäre, seinen vielschichtigen Figuren und der Art, wie sich die Geheimnisse der Welt Stück für Stück entfalten. Wer Fantasy mit einem starken Fokus auf Stimmung, Charakterentwicklung und gesellschaftliche Konflikte mag, sollte sich diesen Titel definitiv näher ansehen.
4,5/5 Sterne