Meisterin der Toten

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Der Inhalt des Buchs hat mich direkt angesprochen. Überzeugt es zu lesen, haben mich dann die vielen guten Rezensionen aus der englischen Bubble.

𝐃ü𝐬𝐭𝐞𝐫𝐞 𝐖𝐞𝐥𝐭 𝐦𝐢𝐭 𝐁𝐞𝐫ü𝐡𝐫𝐮𝐧𝐠𝐬𝐩𝐮𝐧𝐤𝐭𝐞𝐧 𝐳𝐮𝐫 𝐑𝐞𝐚𝐥𝐢𝐭ä𝐭
Und mit was für einem Worldbuilding tagt Weavingshaw bitte auf? Es ist düster, mysteriös, meist ruhig und tiefsinnig. Zum Ende wird es aufregend und emotional. Al-Wasity verbindet auf starke Weise Kritik an unserer Gesellschaft, indem vor allem der Fokus auf den Umgang mit Flüchtlingen vorgehalten wird.

𝐓𝐚𝐧𝐳 𝐦𝐢𝐭 𝐝𝐞𝐧 𝐓𝐨𝐭𝐞𝐧
Zur wunderbaren Gothic Fantasy wird es durch die Protagonistin Leena und ihre Fähigkeit, die Toten zu sehen. Zur Rettung ihres Bruders verkauft sie diese Fähigkeit an den mysteriösen Saint of Silence, der Geheimnisse als sonderbare Währung verwendet. Die Charaktere und Nebencharakteren strahlen allesamt eine Dunkelheit aus, die durch den Schreibstil noch an düsterer Distanziertheit zunimmt. Schleierhaft wagt sich Romance in die Geschichte hinein. Für mich war dies zunächst eher fehl am Platz, zum Ende fügte es sich jedoch passend in die Geschichte.

𝐕𝐞𝐫𝐰𝐨𝐫𝐫𝐞𝐧 𝐢𝐦 𝐓𝐞𝐦𝐩𝐨 𝐮𝐧𝐝 𝐢𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐈𝐧𝐟𝐨𝐫𝐦𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧𝐬𝐟ü𝐥𝐥𝐞
Der Lesefluss wird durch ein langsames Erzähltempo im Mittelteil und viele Informationen aufgrund des gewaltigen Worldbuildings hin und wieder unterbrochen. Manchmal wäre hier weniger mehr gewesen, um der Geschichte mehr Prägnanz und dadurch Spannung zu geben. Ob es sich dennoch auszahlt und notwendig war, zeigt sich vermutlich erst in den Folgebänden.

"Weavingshaw" zeichnet sich für mich als einmaliges Leseerlebnis dank des großartigen Worldbuildings und der neuen Ideen aus. Etwas schwächelte es jedoch an der Integration der Ideenmenge und dem Spannungsbogen durch ruhigere Erzählstränge. Ich bin nun gespannt, wie es im zweiten Band weitergehen wird.

Schreibstil & Plot 3/5⭐
Worldbuilding & Logik 5/5⭐
Charaktere & Entwicklung 4/5⭐
Lesegefühl & Atmosphäre 4/5⭐