Ein Psychothriller, der familiäre Abgründe eindrucksvoll freilegt.

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fönbo Avatar

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"Weil sie lügt" erzeugt in dem kargen Verhörraum eine bedrückende Gänsehautstimmung.

Es ist faszinierend und erschreckend zugleich, wie Caroline Seibt den harten Kontrast zwischen der Verhörsituation und den Erinnerungen an eine vermeintlich heile Kindheit zeichnet.

Dass die Protagonistin Anna versucht, für ihre zerbrechende Familie stark zu sein, macht sie sofort zu einer sympathischen, aber auch tragischen Figur. Intensiv wird die Zerrissenheit geschildert, während der eigene Vater als Hauptverdächtiger im Fokus der Ermittlungen steht.

Der Schreibstil ist dabei messerscharf und schafft es, die emotionale Wucht der Trauer fast körperlich spürbar zu machen.

Die Autorin streut geschickt kleine Zweifel, sodass man sich bereits nach wenigen Seiten fragt, wer hier eigentlich wem noch vertrauen kann.

Auch die Szenerie wirkt durch die bildhaften Beschreibungen sehr atmosphärisch und unterstreicht die psychologische Tiefe des Plots.

Es ist beeindruckend, wie Seibt das Thema des familiären Zusammenhalts unter dem Druck von Verdächtigungen und Lügen seziert.

Die Dynamik zwischen den Geschwistern und die verzweifelte Hoffnung des kleinen Bruders gehen einem beim Lesen richtig nahe.

Die Leseprobe endet an einem Punkt, der einen mit unzähligen Fragen und einem flauen Gefühl im Magen zurücklässt.

Ich bin extrem gespannt, welche Twists Caroline Seibt in diesem Psychothriller noch für uns bereitstellt.