Leseeindruck in drei Worten: bedrückend – intensiv – emotional!

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jane.bookish Avatar

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Juli ist seit anderthalb Jahren verschwunden – und alles in dieser Familie dreht sich nur noch darum, irgendwie zu funktionieren. Während die Mutter komplett abstürzt, versucht Anna den Alltag zusammenzuhalten: kleiner Bruder, Geldprobleme, Nebenjobs und permanent dieses Gefühl, von allen angestarrt zu werden.

Anna mochte ich sofort. Nicht, weil sie besonders sympathisch geschrieben ist, sondern weil sie echt wirkt. Überfordert, wütend, müde, manchmal berechnend – aber trotzdem die Einzige, die überhaupt noch Verantwortung übernimmt. Gerade die Szenen mit Leon oder ihrer Mutter gehen richtig unter die Haut, weil sie sich unangenehm real anfühlen.

Der Schreibstil ist direkt, bildhaft und emotional sehr nah dran, ohne unnötig dramatisch zu werden. Besonders stark fand ich, wie allein schon die Leseprobe Armut, Scham und Trauer beschreibt. Dieses Stigma, immer „die Familie mit der verschwundenen Tochter“ zu sein, hängt über jeder Szene.
Übrigens endet die Leseprobe mit einem Cliffhanger – gemein.