Psychothriller nach meinem Geschmack

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melli-s Avatar

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Der Einstieg in Weil sie lügt hat mich sofort abgeholt. Die Geschichte beginnt direkt sehr emotional und düster, vor allem durch das Verschwinden von Juli, das wie ein Schatten über allem liegt. Man spürt von Anfang an, wie sehr dieses Ereignis die Familie auseinandergerissen hat.
Besonders Anna als Hauptfigur fand ich sehr stark gezeichnet. Sie versucht, den Alltag irgendwie aufrechtzuerhalten und gleichzeitig mit der Situation klarzukommen – was natürlich kaum möglich ist. Gerade die Szenen zu Hause wirken unglaublich beklemmend und machen deutlich, wie belastend die ganze Situation für alle Beteiligten ist.
Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist die unterschwellige Spannung, die sich schon früh aufbaut. Vor allem die Andeutung, dass möglicherweise jemand aus dem eigenen Umfeld in das Verschwinden verwickelt sein könnte, sorgt für ein unangenehmes, aber sehr fesselndes Gefühl.

Auch die Perspektivwechsel bringen zusätzliche Dynamik in die Geschichte und lassen erahnen, dass hier nach und nach ein größeres Gesamtbild entsteht. Spätestens mit dem Auftauchen der Polizei am Ende wird die Spannung noch einmal deutlich angezogen.

Insgesamt ein sehr intensiver und vielversprechender Einstieg, der sowohl emotional berührt als auch neugierig auf den weiteren Verlauf macht.