Wenn das Normale plötzlich unheimlich wird

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thrillerherz Avatar

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Mein erster Eindruck von "Weil sie lügt" von Caroline Seibt ist vor allem durch die Leseprobe geprägt – und der hat mich wirklich überrascht. Das Cover wirkt auf den ersten Blick eher ruhig und lässt gar nicht sofort auf einen Psychothriller schließen, was das Ganze umso spannender macht, weil der Inhalt dann eine ganz andere, viel düsterere Richtung einschlägt.

Schon im Prolog wird man direkt in eine beklemmende Verhörsituation gezogen, die sofort Fragen aufwirft und eine unterschwellige Anspannung erzeugt. Der Schreibstil ist dabei sehr menschlich und nahbar – man spürt die Angst, die Verzweiflung und auch die innere Zerrissenheit der Hauptfigur. Besonders gefallen hat mir, wie authentisch die Gedanken und Gefühle beschrieben sind, ohne übertrieben zu wirken.

Auch die weiteren Einblicke in Annas Leben machen neugierig: die schwierige Familiensituation, das Verschwinden der Schwester und die kleinen Details aus dem Alltag wirken sehr realistisch und greifbar. Gleichzeitig baut sich immer mehr Spannung auf, weil man merkt, dass hinter allem noch viel mehr steckt.

Ich erwarte von der Geschichte viele Wendungen, emotionale Tiefe und ein gut durchdachtes Geheimnis. Gerade weil die Geschichte so „normal“ beginnt und dann immer düsterer wird, möchte ich unbedingt weiterlesen – aus Neugier und Vorfreude darauf, was wirklich hinter Julis Verschwinden steckt.