Zwischen Hoffnung und Hölle: Wenn die Wahrheit die Familie zerreißt

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davina Avatar

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In ihrem neuen Thriller „Weil sie lügt“ entfaltet Caroline Seibt bereits auf den ersten Seiten eine beklemmende Atmosphäre, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Geschichte beginnt mit einem harten Kontrast: Während Anna im Prolog in einem fensterlosen Verhörraum sitzt und akribisch darauf achtet, nichts Falsches zu sagen, führt uns das erste Kapitel zurück in eine vermeintlich heile Kindheit. Doch diese Idylle ist längst zerbrochen: Annas Schwester Juli ist seit anderthalb Jahren verschwunden, die Familie ist an der Ungewissheit fast zerbrochen, und die Welt hält den Vater für einen Mörder.

Die Sprache ist dabei das größte Plus: Seibt schreibt unglaublich bildhaft und emotional. Metaphern wie das „Gehirn, das durch Bilder vergiftet ist“ oder die Beschreibung von Traurigkeit als Geruch nach „Schweiß, ungewaschenen Haaren und Maggigewürz“ machen den Schmerz der Protagonistin fast physisch spürbar. Besonders Annas scharfsinnige Beobachtungsgabe für soziale Unterschiede – das „Aschenputtel-Gefühl“ in der wohlhabenden Neubausiedlung – verleiht ihrer Figur Tiefe.

Der Abschluss der Leseprobe ist ein klassischer Cliffhanger: Ein inhaftierter Mörder behauptet, Julis Fundort zu kennen, während Anna nach einem dramatischen Anruf ihrer Mutter im Regen nach Hause rennt. Ich bin absolut gefesselt und möchte unbedingt wissen, ob Juli wirklich gefunden wurde und welches dunkle Geheimnis die Familie Brunner tatsächlich hütet.
Ein vielversprechender, hochemotionaler Pageturner!