Durchwegs angespannte Stimmung

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peedee Avatar

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Juliane „Juli“ Brunner ist vor eineinhalb Jahren verschwunden. Eine Tragödie sondergleichen, unter der die Familie langsam zerbricht. Doch das Schlimmste ist: Der Vater von Juli wird beschuldigt, seine Tochter umgebracht zu haben und sitzt daher im Gefängnis. Die Polizei ist sich sicher, den richtigen Täter zu haben, aber Anna, Julis jüngere Schwester, wehrt sich. Sie versucht, für ihren kleinen Bruder da zu sein und herauszufinden, was wirklich passiert ist…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir von der Farbgebung sehr gut; die Wasserblasen sind geprägt, was eine besondere Haptik ergibt.

Das Buch ist in 3 grosse Teile gegliedert: 1. „Knochen“, 2. „Rache“, 3. „Wahrheit“. Die Geschichte wird abwechslungsweise aus der Sicht von Anna und Katharina erzählt.

Der Prolog vermittelt eine beklemmende Stimmung. Die Verzweiflung lässt sich förmlich in Scheiben schneiden, so greifbar ist sie. Dass eine Familie sogar ein Medium einschaltet, um hoffentlich endlich Antworten zu erhalten, ist absolut verständlich. Wer würde nicht alles tun, um das eigene Kind wiederzufinden?
Anna hat mir leidgetan. Sie hat – nebst des Verlustes ihrer Schwester – eine zu grosse Bürde zu tragen: Da der Vater im Gefängnis ist, kümmert sie sich alleine um den Rest der Familie: ihre manisch-depressive Mutter, die die meiste Zeit nicht wirklich präsent ist, sowie ihren siebenjährigen Bruder Leon, der sich vor seiner Mutter und den „Gewittern“ in ihrem Kopf und deren Auswirkungen fürchtet.
Katharina ist Polizistin. Sie gibt alles für ihre Fälle und ordnet das wenige Privatleben rigoros unter. Ihre Schwester und deren Familie beklagen sich zu Recht, dass sie nie Zeit hat. Doch sie kann nicht anders. Wenn sie weiss, dass andere Familien darauf warten, dass Vermisste zurückgebracht oder Täter zur Rechenschaft gezogen werden, muss sie einfach dranbleiben. Dafür wurde sie Polizistin.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und die Autorin hat es geschafft, die angespannte Stimmung aufrechtzuerhalten. Ich konnte mich zwar weder für Anna noch für Katharina richtig erwärmen, aber das war auch nicht das Ziel. Immer wieder hatte ich Verdächtige und mögliche Erklärungen im Kopf, doch ein paar Seiten weiter habe ich meine „Ermittlungen“ wieder über den Haufen geworfen. Mit diesem Ausgang der Geschichte habe ich nicht gerechnet – gut gemacht, Caroline Seibt! Von mir gibt es 5 Sterne.