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"Weil sie lügt" von Caroline Seibt
Der
Ihr Debütroman "Das gestohlene Kind" erschien 2023 und wurde mit dem Friedrich-Glauser-Preis für das beste Debüt ausgezeichnet.
2026 erschien ihr Psychothriller "Weil sie lügt", der von einer Familie handelt, deren Tochter verschwindet und deren Vater unter Mordverdacht gerät.

Der Einstieg fiel mir unglaublich leicht. Das erste Kapitel handelt von Anna, deren Schwester seit nunmehr anderthalb Jahren verschwunden ist. Ihre Sichtweise ist geprägt von Trauer, Verzweiflung und Angst – Angst um ihren kleinen Bruder, um ihre Mutter, die schwer an Depressionen erkrankt ist, und um ihren Vater, der im Gefängnis sitzt.
Diese Beklemmung hat die Autorin authentisch und nachvollziehbar aufs Papier gebracht. Ihr Schreibstil ist bildhaft, ohne dabei zu ausschweifend zu sein.

Katharina ist die leitende Ermittlerin in dem Fall der verschwundenen Julie. Es war spannend, die Ermittlungen zu begleiten. Anders als in vielen anderen Ermittler-Thrillern steht hier nicht die Ermittlerin selbst im Vordergrund, sondern der Fall.

Die Kapitel wechseln regelmäßig zwischen den Perspektiven, wodurch die Spannung kontinuierlich aufgebaut wird. Zudem enden sie häufig mit Cliffhangern, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Längen oder langatmige Passagen sucht man hier vergeblich. Stattdessen reiht sich ein spannender Plot-Twist an den nächsten.

Mit seiner dichten Atmosphäre, den vielschichtigen Charakteren und den zahlreichen Wendungen ist der Autorin ein durchweg fesselnder Thriller gelungen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.