Perfide, makaber und absolut irreführend, ein wahrlich fesselnder Thriller!

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fragola Avatar

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Anna Brunner leidet unter ihrem Schicksal. Ihre Schwester und zugleich innigste Vertraute ist unter ungeklärten Umständen verschwunden, die Polizei vermutet einen Mord und versteift sich auf ihren Vater. Dieser sitzt im Gefängnis, die Mutter zerbricht an ihrem Kummer und verfällt in ein Trauma, und es bleibt nur Anna, die sich um ihren kleinen Bruder kümmert und für ein kleines Einkommen sorgt. Doch Anna kann sich nicht mit der Situation abfinden und ermittelt auf eigene Faust.

Es ist das Cover, das schon einen verschwommenen Blick auf die Welt bietet, und eben diesen bekommt man auch laufend während der Lektüre. Denn Caroline Seibt versteht es einerseits bestens, Vertrauen zu erwecken, man spürt mit Anna den Schmerz des Verlustes, der Ungewissheit und die Trauer um die zerbrochene Familie, um dann andererseits in einen Abgrund aus Misstrauen und Ungewissheit zu stürzen. Kaum glaubt man, eine Spur zu erahnen, geschehen unerwartete Dinge, die jegliche Erkenntnisse zunichtemachen. Es ist ein makaberes Wechselbad der Gefühle, insbesondere natürlich für Anna, und es ist mir nicht gelungen, zu irgendeinem Protagonisten Vertrauen zu fassen, nicht einmal zu Anna. Zu seltsam sind die Entdeckungen, zu perfide die Wendungen und manchmal war ich geradezu ungeduldig, weil ich das Empfinden hatte, es geht nicht recht voran. Ich konnte mir zu keiner Zeit vorstellen, dass es eine stimmige und zufriedenstellende Auflösung geben könnte, wurde aber ein weiteres Mal überrascht.
Ein makaberer, beinahe beklemmender Thriller, bei dem Rebecca Veil und Elke Appelt noch für den absoluten Feinschliff sorgen. Denn die beiden lesen das Hörbuch so gekonnt aus abwechselnder Sicht ein, dass einem reichlich Gänsehaut beschert wird. Topp!
(Hörbuchrezension/ungekürzt)