Spannend, aber einige Plot-Twists unglaubwürdig
Das Buch erzählt die Handlung in zwei, sich abwechselnden Perspektiven: Anna, die Schwester der Vermissten Juli und Katharina, eine sympathische und engagierte Ermittlerin. Beide Perspektiven fand ich gut gemacht, vielleicht sind sie auch deshalb so nachvollziehbar, weil die Autorin ebenfalls eine junge Frau ist. Die Geschichte ist spannend und beklemmend, es werden sehr viele falsche Fährten gelegt und rätselhafte Indizien ins Spiel gebracht. Der Schreibstil ist sehr gut und das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen. Im letzten Viertel jagt ein Plot-Twist den nächsten, für meinen Geschmack waren es deutlich zu viele, was zu Lasten der Glaubwürdigkeit ging. Teilweise kamen sie ansatzlos und oberflächlich, weshalb man als Leser nicht wirklich mit rätseln konnte. Positiv fand ich, dass am Schluss alle offenen Themen abgeschlossen wurden. Für mich ist die Autorin ein vielversprechendes Talent, müsste aber unbedingt juristische Details gründlicher recherchieren.