Spannend und wendungsreich

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Vor anderthalb Jahren ist Juli verschwunden, die Polizei geht von einem Verbrechen aus und verdächtigt den Vater des Mordes an seiner ältesten Tochter. Seit einigen Monaten sitzt er in Haft, obwohl eine Leiche bisher nicht aufgetaucht ist. Seitdem kümmert sich seine Tochter Anna alleine um ihren kleinen Bruder Leon und die psychisch kranke Mutter. Fest von der Unschuld des Vaters überzeugt, misstraut sie der Polizei und sucht auf eigene Faust nach der Wahrheit. Erst als mit Katharina einer neuen Ermittlerin die Leitung des Falles übergeben wird, ergeben sich neue Hinweise.

Die spannende Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive von Anna und Katharina erzählt und lässt sich wirklich sehr leicht lesen. Einige Charaktere sind allerdings etwas klischeehaft beschrieben. So vernachlässigt die toughe Polizistin Katharina ihr Privatleben, ihr Kollege rivalisiert wegen seines verletzten männlichen Egos, um nur zwei Beispiele zu nennen. Ausgeglichen wird dieses leichte Manko aber durch die vielen Wendungen, die der Plot nimmt. Eine vermeintlich offensichtliche Auflösung erweist sich als falsch, und auch die nächste Fährte führt in die falsche Richtung. Fast alle Fragen werden zum Ende hin logisch beantwortet, auch wenn das Ende selbst ein wenig konstruiert und abrupt wirkt.

Weil sie lügt ist kein perfekter Thriller, aber gut geschrieben, unterhaltsam und spannend.