Kälte, Gewalt und ein Fall mit ordentlich Sprengkraft

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ravenmoon Avatar

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Hier geht es ziemlich schnell zur Sache. Ronja kommt völlig übermüdet von einer langen Schicht nach Hause – und kurz darauf wird aus einem ohnehin schwierigen Morgen ein Einsatz, den sie so schnell vermutlich nicht vergessen wird: Ein junger Mann liegt tot im Schnee, mit einem Nagel in der Stirn. Viel härter kann ein Thriller kaum eröffnen.

Was mir gefällt, ist die Verbindung aus klassischer Ermittlungsarbeit und sehr persönlichen Abgründen. Parallel dazu lernen wir Kristian kennen, der nicht nur mit finanziellen Problemen kämpft, sondern offenbar in einer zutiefst gewalttätigen Ehe gefangen ist. Besonders die Szenen mit seiner Frau Linda sind unangenehm intensiv – hier entsteht Spannung nicht durch Action, sondern durch das bedrückende Gefühl, dass jederzeit etwas eskalieren kann.

Und dann ist da natürlich das finnische Setting. Eisige Temperaturen, Schnee, Dunkelheit und eine Landschaft, die schon in der Leseprobe fast körperlich spürbar wird. Das passt hervorragend zu der Geschichte und verleiht ihr eine angenehm frostige Atmosphäre.

Beim Cover bin ich dagegen etwas zwiegespalten. Die Eisoptik und das kleine Haus im Schnee vermitteln zwar sofort die Kälte und Abgeschiedenheit der Geschichte. Gleichzeitig wirkt mir die Gestaltung ein wenig zu verspielt und künstlich – für einen Thriller, der inhaltlich ziemlich düster daherkommt, hätte ich mir etwas Bedrohlicheres gewünscht.

Trotzdem: Die Leseprobe hat mich neugierig gemacht. Ein ungewöhnlicher Mord, persönliche Abgründe und eine eisige Kulisse – hier könnte sich ein richtig spannender Thriller entwickeln. Für mich ein vielversprechender Auftakt.