Ein düsterer Thriller

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
peedee Avatar

Von

Lappland-Trilogie, Band 1: Kommissarin Ronja Jentzsch von der Polizei Lappland ist erschöpft – bis tief in die Knochen. Nicht nur die Arbeit mit den vielen Überstunden fordert ihren Tribut, sondern auch die privaten Probleme mit ihrer Mutter. Diese Probleme muss sie hintan stellen, denn die Verbrecher im finnisch-schwedischen Grenzgebiet schlafen nicht: Ein Mann wird mit einer Nagelpistole getötet, eine polizeibekannte Frau gefoltert und erschossen, eine Drogenparty verlassen nicht alle lebend. Die Vorfälle scheinen irgendwie zusammenzuhängen. Was hat Kristian, ein Zöllner, damit zu tun? Und weswegen ist plötzlich der Geheimdienst involviert?

Erster Eindruck: Das Cover und insbesondere die Haptik (Buchstaben und „Eisspuren“) gefallen mir sehr gut.

Ronjas Partner Janne ist auf einer Fortbildung, daher ist sie mit Toni bei einem Einsatz. Dieser läuft jedoch aus dem Ruder und Toni wird verletzt. Als Janne davon erfährt, bricht er seine Fortbildung ab, um Ronja und die Kollegen vor Ort unterstützen zu können. Wenn ein Polizist bei einem Einsatz lebensgefährlich verletzt wird, hat das auch immer Auswirkungen auf die Kollegen, die dabei waren. Die Gefahr ist Teil ihres Jobs und gerade deshalb müssen sie immer 100% geben und achtsam sein. Die Polizei findet einen jungen Mann, dem zuerst in die Knie geschossen und sodann getötet wurde. Seine Eltern wurden im Haus an den Tisch genagelt. Wie bitte? Ja, genau! Huch, das ging gleich deftig los! Im zweiten Erzählstrang geht es um Kristian, einen jungen Zollbeamten, der grosse private Probleme hat, sich aber niemanden anvertrauen kann.

Demenz, Drogen, Gier und häusliche Gewalt sind einige der behandelten Stichworte. Häusliche Gewalt für einmal von der weniger bekannten Seite, denn die Frau misshandelt ihren Mann! Schlimm! Wenn ich mir nur vorstelle, wie ein fast zwei Meter grosser Mann von seiner Frau immer und immer wieder Schläge, Tritte, Demütigungen einkassiert und sich nicht wehren kann… nicht wehren darf, denn Aussenstehende würden nicht verstehen, dass seine kleine Frau zu solcher Gewalt fähig sein würde. So erduldet er alles, da er seine kleine Tochter um jeden Preis schützen muss. Tragisch!

„Und dann, irgendwann, fiel der erste Schlag. Seitdem stand die Tür zur Hölle weit offen.“

Fazit: Ein düsterer Thriller, der viele für mich erbarmungslose Bilder vor meinem inneren Auge entstehen liess. Auch wenn die für mich ungewohnten skandinavischen Namen der Protagonisten etwas schwierig waren, hat sich das Buch flüssig lesen lassen und ich war auf die Auflösung gespannt. Von mir gibt es für den Reihenauftakt sehr gute 4 Sterne und bei der Fortsetzung bin ich wieder mit dabei.