Ein (un)typischer, nordischer Kriminalroman mit eisiger Tiefe
Weißer Rausch von Anu Ojala, veröffentlicht im Oktober 2026, ist der packende Debütroman einer neuen Kriminalroman-Serie.
Warum wollte ich es unbedingt lesen?
Ich liebe jegliche Spannungsromane, die einen mitfiebern lassen, aber im Besonderen animieren, aktiv mitzudenken und zu ermitteln. Da es sich hier um eine mir unbekannte Autorin handelt, machte es die Sache für mich noch reizvoller.
Das Cover ist in meinen Augen gut gelungen. Die Kälte der Region, das zumindest in meinem Kopf stetige Eis in Kombination mit dem Titel hat mich getriggert und verführt.
Die Leseprobe tat ein Übriges.
Mit Elan machte ich mich an das Buch.
Ich war mir bewusst, dass eine Menge an finnischen Eigenheiten und vor allem teilweise für mich unaussprechliche Namen vorkommen würden.
Ich war also gewappnet.
Worum geht´s
Alles beginnt mit einer der vielen, für die Trilogie wichtigen Nebengeschichten, die aber zum Verständnis der Handlung und zum Verweben der einzelnen individuellen Schicksale absolut tragend sind.
Die Chefermittlerin Kommissarin Ronja Jentsch und ihr Team werden mit einem brutalen Mord konfrontiert.
Ehe es genaue Täterprofile gibt oder die Kommissare zu einer eindeutigen Spur kommen, ereignet sich ein weiterer Mord an einer jungen Mutter.
Passen diese Morde zu einem Täter? Was ist das Motiv hinter diesen wirklich grausamen Taten? Innerhalb kürzester Zeit nimmt der Druck von innen und außen auf jeden, der mit dem Fall befasst ist, zu.
Eine Kaskade der Grausamkeit, garniert mit persönlichen Schicksalen derer, die den oder die Mörder finden sollen. Als wäre die Ausgangslage für das Team nicht schon schlimm genug, taucht auch noch eine neue Droge auf dem Markt auf.
Und immer wieder stellen sich alle die eine Frage: Wie, oder gibt es überhaupt einen Zusammenhang zwischen den Taten?
Mein Lesereise:
Die Namen waren aufgrund des großen Personenpools tatsächlich eine kleine Herausforderung.
Ich arbeitete mit Notizen, die machten es dann nach einer kleinen Gewöhnungsphase für mich einfacher.
Aber ich denke, es wäre eine gute Idee des Verlags, eine Namensliste für die Leser bereitzustellen. Auch die Eigenheiten der Grenz-Ermittlungseinheit sind zwar interessant, aber halt auch erst einmal eine Hürde beim entspannten Lesen.
Da ich nahe Verwandte in Finnland habe und dadurch mit der Kultur und dem Menschenschlag bekannt bin, war es eine Lesereise, bei der viele typische Verhaltensweisen sentimental oder bestärkend in mir anklangen.
Ich habe gemerkt, wie auch die Nebenschauplätze, die sich rund um die Protagonisten entwickelten, mich betroffen machten.
Langsam aber stetig wuchs meine Bindung an die Gesamtgeschichte. Insgesamt ein gut lesbares Buch, das mich durch eine angenehme Seitenzahl mitnehmen und beständig neugierig auf den weiteren Verlauf machen konnte.
Mein Fazit
Ein gelungener Einstand in diese Reihe. Viel echtes finnisch/schwedisch Gefühl und Kälte des für uns hohen Nordens.
Das gesamte Umfeld, die Menschen, alles lässt die Örtlichkeit der Geschichte mit gefühlter nordischer kalter Sonne und bitterkalten Schneeflächen sich in meinen Organismus einschleichen.
Ein paar kleine Kritikpunkte: Zuerst fällt mir da die fehlende kurze Stichwortliste zu Namen und für die Personen Typisches auf, die es für mich und andere leichter machen würde.
Aber einen Punkt sehe ich als noch kritischer an: Das Buch bzw. die Reihe wird als Thriller beworben. Das weckt bei Lesern eine gewisse Erwartungshaltung.
Ja klar, es geht um schreckliche Verbrechen und es fehlt weder an kriminellen Taten noch typischen Sachbeständen. Aber es mangelt großteils an der erwarteten Thrill-Spannung, dem nervenaufreibenden Geschehen, das dich beim Lesen die Decke höher ziehen lässt und dich verleitet, dein Haustürschloss ganz genau zu verschließen.
Erst in den letzten Etappen meiner Lesereise kommt ein Punkt, an dem die Protagonisten eben dieser Thrill-Situation ausgesetzt sind.
Hier habe ich wirklich begonnen, mir Sorgen zu machen, gehofft, dass alles doch gut ausgeht.
Gedacht: Warum hat sie nicht vorher an diese Möglichkeit gedacht?
Warum habe ich nicht daran gedacht oder es nicht ernst genommen?
Hier war dann der Moment, auf den ich leider während des gesamten Buchs gewartet hatte.
Und bald darauf, - war das Buch zu Ende.
Und ich war wieder bei dem Gedanken, den ich vorhin schon geäußert habe: Schade, jetzt ist es vorbei und ich warten muss.
In wenigen Sätzen: Ein wirklich gutes Buch, das nicht auf den üblichen Wegen des Thriller-Genres abläuft, das den Fokus auf das Menschsein richtet, bevor das Verbrechen zum Zug kommt.
Wäre die Genre-Zuteilung eine andere gewesen, wären vielleicht einige Leser nicht so überrascht worden von der Tiefe der individuellen Geschichten, den individuellen Tragödien, die wahrscheinlich jeder von uns selbst in der einen oder anderen Form schon im eigenen Sein erlebt oder beobachten konnte.
Von mir gibt es für diesen (un)typisch nordischen Thriller, der doch so viel mehr als ein Thriller ist – ein Kriminalroman mit Tiefe oder ein Roman, der sich nicht nur auf das Verbrecken konzentriert, sondern auf das, was wir alle früher oder später selbst einordnen werden können –.
Mein Prädikat: guter Start mit kleinen Makeln. Ich vergebe sehr gute 4 Lesesterne und empfehle es allen, die nicht ausschließlich grausame, sondern auch tiefergehende Geschichten mit Freude lesen. Ja, ich will! ★★★★☆
(Auszug aus meinem Punktekonto / Rezensionsexemplar)
Warum wollte ich es unbedingt lesen?
Ich liebe jegliche Spannungsromane, die einen mitfiebern lassen, aber im Besonderen animieren, aktiv mitzudenken und zu ermitteln. Da es sich hier um eine mir unbekannte Autorin handelt, machte es die Sache für mich noch reizvoller.
Das Cover ist in meinen Augen gut gelungen. Die Kälte der Region, das zumindest in meinem Kopf stetige Eis in Kombination mit dem Titel hat mich getriggert und verführt.
Die Leseprobe tat ein Übriges.
Mit Elan machte ich mich an das Buch.
Ich war mir bewusst, dass eine Menge an finnischen Eigenheiten und vor allem teilweise für mich unaussprechliche Namen vorkommen würden.
Ich war also gewappnet.
Worum geht´s
Alles beginnt mit einer der vielen, für die Trilogie wichtigen Nebengeschichten, die aber zum Verständnis der Handlung und zum Verweben der einzelnen individuellen Schicksale absolut tragend sind.
Die Chefermittlerin Kommissarin Ronja Jentsch und ihr Team werden mit einem brutalen Mord konfrontiert.
Ehe es genaue Täterprofile gibt oder die Kommissare zu einer eindeutigen Spur kommen, ereignet sich ein weiterer Mord an einer jungen Mutter.
Passen diese Morde zu einem Täter? Was ist das Motiv hinter diesen wirklich grausamen Taten? Innerhalb kürzester Zeit nimmt der Druck von innen und außen auf jeden, der mit dem Fall befasst ist, zu.
Eine Kaskade der Grausamkeit, garniert mit persönlichen Schicksalen derer, die den oder die Mörder finden sollen. Als wäre die Ausgangslage für das Team nicht schon schlimm genug, taucht auch noch eine neue Droge auf dem Markt auf.
Und immer wieder stellen sich alle die eine Frage: Wie, oder gibt es überhaupt einen Zusammenhang zwischen den Taten?
Mein Lesereise:
Die Namen waren aufgrund des großen Personenpools tatsächlich eine kleine Herausforderung.
Ich arbeitete mit Notizen, die machten es dann nach einer kleinen Gewöhnungsphase für mich einfacher.
Aber ich denke, es wäre eine gute Idee des Verlags, eine Namensliste für die Leser bereitzustellen. Auch die Eigenheiten der Grenz-Ermittlungseinheit sind zwar interessant, aber halt auch erst einmal eine Hürde beim entspannten Lesen.
Da ich nahe Verwandte in Finnland habe und dadurch mit der Kultur und dem Menschenschlag bekannt bin, war es eine Lesereise, bei der viele typische Verhaltensweisen sentimental oder bestärkend in mir anklangen.
Ich habe gemerkt, wie auch die Nebenschauplätze, die sich rund um die Protagonisten entwickelten, mich betroffen machten.
Langsam aber stetig wuchs meine Bindung an die Gesamtgeschichte. Insgesamt ein gut lesbares Buch, das mich durch eine angenehme Seitenzahl mitnehmen und beständig neugierig auf den weiteren Verlauf machen konnte.
Mein Fazit
Ein gelungener Einstand in diese Reihe. Viel echtes finnisch/schwedisch Gefühl und Kälte des für uns hohen Nordens.
Das gesamte Umfeld, die Menschen, alles lässt die Örtlichkeit der Geschichte mit gefühlter nordischer kalter Sonne und bitterkalten Schneeflächen sich in meinen Organismus einschleichen.
Ein paar kleine Kritikpunkte: Zuerst fällt mir da die fehlende kurze Stichwortliste zu Namen und für die Personen Typisches auf, die es für mich und andere leichter machen würde.
Aber einen Punkt sehe ich als noch kritischer an: Das Buch bzw. die Reihe wird als Thriller beworben. Das weckt bei Lesern eine gewisse Erwartungshaltung.
Ja klar, es geht um schreckliche Verbrechen und es fehlt weder an kriminellen Taten noch typischen Sachbeständen. Aber es mangelt großteils an der erwarteten Thrill-Spannung, dem nervenaufreibenden Geschehen, das dich beim Lesen die Decke höher ziehen lässt und dich verleitet, dein Haustürschloss ganz genau zu verschließen.
Erst in den letzten Etappen meiner Lesereise kommt ein Punkt, an dem die Protagonisten eben dieser Thrill-Situation ausgesetzt sind.
Hier habe ich wirklich begonnen, mir Sorgen zu machen, gehofft, dass alles doch gut ausgeht.
Gedacht: Warum hat sie nicht vorher an diese Möglichkeit gedacht?
Warum habe ich nicht daran gedacht oder es nicht ernst genommen?
Hier war dann der Moment, auf den ich leider während des gesamten Buchs gewartet hatte.
Und bald darauf, - war das Buch zu Ende.
Und ich war wieder bei dem Gedanken, den ich vorhin schon geäußert habe: Schade, jetzt ist es vorbei und ich warten muss.
In wenigen Sätzen: Ein wirklich gutes Buch, das nicht auf den üblichen Wegen des Thriller-Genres abläuft, das den Fokus auf das Menschsein richtet, bevor das Verbrechen zum Zug kommt.
Wäre die Genre-Zuteilung eine andere gewesen, wären vielleicht einige Leser nicht so überrascht worden von der Tiefe der individuellen Geschichten, den individuellen Tragödien, die wahrscheinlich jeder von uns selbst in der einen oder anderen Form schon im eigenen Sein erlebt oder beobachten konnte.
Von mir gibt es für diesen (un)typisch nordischen Thriller, der doch so viel mehr als ein Thriller ist – ein Kriminalroman mit Tiefe oder ein Roman, der sich nicht nur auf das Verbrecken konzentriert, sondern auf das, was wir alle früher oder später selbst einordnen werden können –.
Mein Prädikat: guter Start mit kleinen Makeln. Ich vergebe sehr gute 4 Lesesterne und empfehle es allen, die nicht ausschließlich grausame, sondern auch tiefergehende Geschichten mit Freude lesen. Ja, ich will! ★★★★☆
(Auszug aus meinem Punktekonto / Rezensionsexemplar)