Eiskalt, dunkel, düster - spannend

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martinchen Avatar

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Winter in Finnland, Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt: Die schwedisch-finnische Doppelstadt Haparanda-Tornio ist ein Drogenhotspot. Das wird bereits auf den ersten Seiten nach dem Prolog, der die häusliche Situation der Kommissarin Ronja Rentzsch beschreibt, deutlich: ein drogenabhängiger junger Mann wird grausam ermordet aufgefunden. Es bleibt nicht bei dem einen Toten.
Doch dieser Fall geht weit über die bisherigen Probleme der Polizei hinaus, denn eine neue Droge ist auf dem Markt.

Es ist der erste Krimi der Autorin Anu Ojala, zugleich der Auftakt einer Trilogie. Sie beschreibt die Polizeiarbeit sehr detailliert, so dass klar wird, wie mühsam mitunter die Suche nach einem (oder mehreren) Tätern ist. Das trifft vor allem dann zu, wenn den Ermittlern von höherer Stelle Steine in den Weg gelegt werden, wie hier.

Es geht brutal zu, mehrere Menschen werden auf eine bestimmte Weise erschossen, andere sterben an der neuen Droge, es gibt häusliche Gewalt und traumatisierte und vernachlässigte Kinder. Und mitten drin Ronja Rentzsch, die sich zusätzlich um ihre demente Mutter kümmern muss und kaum Schlaf bekommt. Trotz ihrer Übermüdung hat sie die Ermittlungen weitgehend im Griff – etwas, was ich mir unter diesen Umständen nur schwer vorstellen kann.

Der Schreibstil ist gut lesbar. Die privaten Einschübe sind sehr zurückhaltend geschildert. Die Beschreibungen der Toten und der häuslichen Gewalt sind kurz und sachlich gehalten, so, dass sich der Leser alles vorstellen kann, aber nicht muss.

Da es sich um eine Trilogie handelt, bleiben einige Fragen offen und machen neugierig auf den nächsten Band.

Das Cover ist haptisch sehr gut gestaltet, das abgebildete Häuschen im See hat allerdings nichts mit dem Inhalt zu tun.

Eine winzige Nörgelei am Schluss: Die Schreibweise des Namens der Kommissarin Ronja Rentzsch weicht auf dem Rücktitel ab, sehr schade.

Fazit: ein gelungener Krimi, den ich gern empfehle