Jenseits des guten Geschmacks – kein Lesevergnügen!

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elke17 Avatar

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Ich lese gerne Noir-Krimis, bieten diese doch meist neben einer spannenden Story auch noch interessante Blicke auf gesellschaftliche Schieflagen. Mit ein Grund, weshalb ich auf diesen so etikettierten ersten Band einer Lappland-Trilogie sehr gespannt war, dessen Handlung in und um Haparanda-Tornio, der Zwillingsstadt (schwedisch/finnisch) verortet ist. Und dass Haparanda ein Hotspot ist, was die Kriminalitätsrate (insbesondere Drogendelikte) angeht, wissen wir schon seit Hans Rosenfeldts „Wolfssommer“.

Nun also „Weißer Rausch“, der Thriller von Anu Ojala, in dem wir Kommissarin Ronja Jentsch, Leiterin der grenzübergreifenden Ermittlungsgruppe, bei ihren Einsätzen über die Schulter schauen und die endlosen Dialoge mit allen und jedem lesen müssen. Und ich sage es gleich, es ist absolut ermüdend. Ständig Telefonate. Mit der Leitstelle, der Schichtzentrale und der KTU. An jedem Einsatzort wird ein RTW angefordert, sind wir jetzt in Berlin, oder was? Absolut irritierend, weiß die Übersetzerin nicht, dass das in Finnland nicht RTW sondern Ambulanssi heißt?

Dazu kommen die grausamen Mordmethoden inklusive Beschreibungen der Mordopfer, die einem Chris Carter alle Ehre gemacht hätten, häusliche Gewalt, begangen von einer Frau, die Mann und Kind misshandelt und dazwischen noch jede Menge Blabla.

Tut mir leid, aber das ist nicht das, was ich nach der Leseprobe von diesem Thriller erwartet habe. Glücklicherweise ist das Buch breit und mit vielen Absätzen und Leerzeilen gesetzt und auch nicht besonders umfangreich d.h. es ist schnell gelesen. Aber das war’s für mich dann auch - ich bin raus!