Keine leichte Kost

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
amena25 Avatar

Von

„Weißer Rausch“ ist der erste Teil einer Trilogie rund um die finnische Ermittlerin Ronja Jentzsch, die als Leiterin einer grenzübergreifenden Ermittlungsgruppe in Lappland im Mittelpunkt der Geschichte steht. Ronja Jentzsch und ihre Kollegen versuchen im finnisch-schwedischen Grenzgebiet zwei brutale Mordfälle aufzuklären, die offenbar in Zusammenhang mit einer neuen, äußerst gefährlichen Droge verübt wurden. Doch während die Polizei noch auf der Stelle tritt, zeigt plötzlich der Geheimdienst Interesse an den Fällen.
In einer weiteren Handlungsebene kommt der junge Zollbeamte Kristian ins Spiel, der zufällig einen Rucksack mit sehr viel Geld und Drogen findet. Um sich und seine kleine Tochter aus der schrecklichen familiären Situation mit seiner Frau freikaufen zu können, behält er seinen Fund und verstrickt sich dadurch immer tiefer.
Der Krimi ist spannend, stellenweise aber auch ziemlich brutal und schwer zu ertragen. Besonders die Szenen, in denen Kinder betroffen sind, sind keine leichte Kost. Der Schreibstil ist anschaulich, allerdings eher sachlich und fast berichtend. Bei der Darstellung von Ronja Jentzsch hätte ich mir etwas mehr Emotionalität gewünscht. Sie wirkt bei der Polizeiarbeit eher nüchtern und distanziert und man bekommt als Leser keine rechte Bindung zu ihr. Nur in den Szenen, in denen sie sich um ihre demenzkranke Mutter kümmert, lassen sie etwas menschlicher und charakteristischer erscheinen. Am Ende bleiben einige lose Fäden, die aber sicherlich in den Folgebänden aufgegriffen werden.