sehr überzeugender Thriller

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„Weißer Rausch“ ist der erste Band der neuen skandinavischen Thriller-Trilogie „Lappland“ von der Autorin Anu Ojala.

Die Autorin schafft eine ganz besonders kalte und düstere Atmosphäre. Dazu sind die Morde und Gewaltverbrechen brutal und erschreckend. Die Haupthandlung dreht sich um eine neue Droge, die sich zwischen der finnisch-schwedischen Grenze ausbreitet und die Einsatzkräfte beider Länder in Atem hält.

Wir begleiten Kommissarin Ronja Jentzsch von der grenzübergreifenden Ermittlungseinheit auf der finnischen Seite auf die erste Spur der Drogen und schon bald haben auch Mitarbeiter des Geheimdienstes Interesse an den Fall und verschließen Akten. Doch wie verbreiten sich die Drogen und wer verkauft diese? Ronja und ihr Team können sich vor Einsätzen kaum retten und treffen auch immer wieder auf alte Bekannte der Drogenszene. Doch die Arbeit schlaucht an ihr und privat sieht es auch düster aus. Sie versucht sich um ihre demente Mutter zu kümmern und auch wenn ihr Bruder mal aushilft, schafft sie es kaum beiden Seiten gerecht zu werden.

Schonungslos ehrlich und erschreckend beschreibt die Autorin ihre Tatorte und die Abgründe der Menschen die sich auftun. Von Drogenhandel, Drogenmissbrauch und Verwahrlosung und Gewalt an Kindern und Tieren, legt die Autorin immer wieder einen drauf und schafft schon fast eine Faszination der Grausamkeiten, bei denen man nicht aufhören kann zu lesen.

Dazu lernen wir Kristian kennen, der als Nebengeschehnis irgendwie in den Fall verwickelt wird und doch nur Sicherheit für seine eigene Tochter haben will. Auch hier ist seine Situation sehr erschreckend, bedrückend, authentisch und brutal. Eine typische „mir wird doch eh keiner glauben“ Situation in die er immer tiefer fällt und kaum Aussichten auf Besserung hat. Hier hadert man mit sich selbst und versucht über die moralischen verwerflichen Auswege zu hoffen, damit Kristian und seine Tochter wieder atmen können.

Das Ende gab mir dann noch mal einen dicken Kloß im Hals und die Autorin lässt den Leser mit Trauer und vielen Emotionen zurück. Einfach toll! Anu Ojala hat auf jeden Fall einen neuen Fan dazu gewonnen. „Weißer Rausch“ ist bitterkalt und bis zum Ende will einem nicht warm werden.