starke Themen, frostige Stimmung
Mir hat der Auftakt der Serie sehr gut gefallen, vor allem, dass es nicht nur um Ermittlungen geht, die auch anspruchsvoll und komplex sind, sondern dass auch viel Raum für die persönlichen Geschichten der Charaktere gegeben wird. Gerade in einer neuen Serie mag ich es gerne, persönliche Lebensgeschichten über die Personen zu erfahren, in diesem Fall vor allem über Ronja, die einen beruflichen und privaten Spagat zwischen der Ermittlungsarbeit und der Betreuung ihrer demenzkranken Mutter hinlegt. Durch diese emotionalen und privaten Einblicke bekommt man einen authentischeren Eindruck von den Charakteren, gerade, wenn noch alles neu ist. Das skandinavische Flair und die Eiseskälte wurden auch sehr bildhaft und gut vermittelt, sodass man sich beim Lesen gut in die Situationen hineinversetzen konnte. Die neue Droge scheint sehr gefährlich zu sein, allerdings war nicht sofort klar, wie der zweite Handlungsstrang damit in Verbindung steht, dies wird allerdings am Ende aufgelöst. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Ermittler*innen ist für mich nicht so stark herausgekommen, wie es hätte sein können, da wäre noch Verbesserungspotenzial. Das Tempo war mal schneller, mal gemütlicher, für mich hat es gut gepasst, da ich es gerne mag, wenn es nicht actionreich überladen ist, sondern näher an der Realität bleibt. Interessant finde ich auch den Fall von häuslicher Gewalt, in diesem Fall ist eine männliche Person betroffen. Gerade in diesem Bereich gibt es noch wenig Berührungspunkte, Erfahrungen, Verständnis und kaum Aufmerksamkeit von der Umwelt, daher finde ich es umso wichtiger, dass die Autorin auch dieses brisante, aber bedeutende Thema nicht gescheut hat. Das Ende hat mich traurig zurückgelassen, aber ich kann auch Verständnis dafür aufbringen. Dennoch freue ich mich auf den zweiten Teil und hoffe, dass Ronja wieder mit vollem Einsatz dabei sein wird.