Gleißendes Licht und leise Schatten

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Die ersten 30 Seiten von Eva Pramschüfers „Weißer Sommer“ haben mich mit einer ganz eigentümlichen, fast flirrenden Intensität empfangen. Der Schreibstil ist bemerkenswert klar und dennoch voller atmosphärischer Dichte – man spürt förmlich die Hitze und das gleißende Licht dieses Sommers, das über der Handlung liegt. Besonders beeindruckt hat mich, wie subtil die Autorin erste Risse in der scheinbaren Idylle andeutet. Die Charaktere wirken auf diesen wenigen Seiten bereits greifbar, tragen aber eine spürbare Last oder ein Geheimnis mit sich, das neugierig auf die Auflösung macht. Es ist diese Mischung aus sommerlicher Leichtigkeit und einer unterschwelligen, fast schon unheilvollen Spannung, die einen sofort in die Geschichte hineinzieht. Nach diesem Auftakt bin ich sehr gespannt, wie sich die Dynamik zwischen den Figuren weiterentwickelt und welche Schatten die strahlende Fassade dieses „weißen Sommers“ noch werfen wird.