Wenn dem Sommer die Farbe fehlt

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carola Avatar

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Ein junges Paar, Alma und Théo, verbringt einen Sommer im Familienhaus in Frankreich. Es ist für beide kein unbekannter Ort, aber es ist ein veränderter Sommer: farblos, weiß, ohne die warme Sattheit früherer Jahre.
Alma hat Théo 91 Tage nicht gesehen und kämpft jetzt mit sich. Soll sie ihn festhalten oder loslassen. Liebe oder Ablösung?

Sie denkt zurück an ihre Kindheit, ihre kühle Mutter, den ungeduldigen Vater, daran, dass beide ihre Zuneigung nur gegen Gegenleistung gewährten. Und sie denkt an die Begegnung mit Théo, den sie beim Tod des Großvaters traf, ausgerechnet bei der Auswahl eines Grabsteins.

Auf der Meta-Ebene geht es auch um das Erbe der Kindheit. Alma kann ihre Beziehung zu Théo nicht klar denken, weil sie nicht klar lieben gelernt hat.

Die elterliche Liebe war konditioniert, und so fragt sie sich nun nicht nur, ob sie Théo liebt, sondern ob sie überhaupt weiß, wie bedingungslose Liebe sich anfühlt und ob sie sich diese erlauben darf. Die tiefere Frage des Textes lautet: Ist Festhalten Liebe, oder Angst vor dem, was ohne diese Liebe von einem übrig bleibt?​​​​​​​​​​​​​​​​

Das Sommerhaus funktioniert dabei als Schwellenraum: ein Ort der Wiederkehr und gleichzeitig der Entscheidung.