flirrende Stimmung

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dieaufdemlandlebt Avatar

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Weißer Sommer hat mich vor allem durch seine besondere Atmosphäre überzeugt. Eva Pramschüfer schafft es, eine Stimmung zu erzeugen, die gleichzeitig leicht und unterschwellig angespannt wirkt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass sich hinter der sommerlichen Oberfläche mehr verbirgt, als zunächst sichtbar ist, und genau das hat mich neugierig gemacht.

Die Figuren sind interessant gezeichnet und wirken in ihren Gedanken und Reaktionen glaubwürdig. Besonders gefallen hat mir, wie fein die Autorin zwischen Nähe und Distanz arbeitet. Viele Szenen leben von kleinen Beobachtungen und Zwischentönen, die sich erst nach und nach entfalten.

An einigen Stellen hätte ich mir jedoch etwas mehr Dynamik gewünscht. Die Geschichte bleibt teilweise sehr ruhig, was zwar zur Atmosphäre passt, aber das Tempo stellenweise etwas ausbremst. Trotzdem hat mich das Buch insgesamt gut in eine Sommerstimmung versetzt und immer wieder zum Weiterlesen eingeladen.

Das Cover finde ich sehr passend. Es vermittelt genau diese helle, leicht flirrende Stimmung, die auch im Text spürbar ist, und macht sofort Lust, sich auf die Geschichte einzulassen.

Weißer Sommer ist ein stimmungsvoller Roman mit feinen Beobachtungen und einer besonderen Atmosphäre. Auch wenn er mich nicht durchgehend fesseln konnte, ist es eine sehr lesenswerte Lektüre, die noch eine Weile nachklingt.