Meisterhaftes Debut

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charlsko Avatar

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Mit Weißer Sommer hat Eva Pramschüfer nicht nur einen perfekten Sommerroman geschrieben, sondern auch eine moderne Liebesgeschichte, die genau den Zeitgeist trifft.

Das Buch schreibt so ehrlich über Liebe und Gefühle, dass es weh tut. Es erinnert an Call Me by Your Name mit den Gefühlen von Sommer, Intensität und Vergänglichkeit. Und an Normal People mit einer Geschichte über zwei Menschen in ihren ganz eigenen Krisen, die doch immer wieder zueinander finden.

Es geht im Buch um Alma und Theo. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf in einander und ihre Liebe ist geprägt vom idealisieren der ersten großen Liebe. Gleichzeitig ist da diese Unsicherheit, die man gerade in jungen Jahren kennt: nie zu wissen, ob man auf dem richtigen Weg ist. Ob jetzt die Zeit ist, Dinge zu erleben, oder ob sie auch später noch kommen können. Doch jung sein heißt auch, cool sein wollen. Unabhängig sein wollen. Seinen Träumen egoistisch folgen wollen. Aber geht das in einer Beziehung? Wie viel verliert man von sich selbst? Und wie viel gewinnt man dazu? Wird man erweitert oder verliert man sich?

Und dann ist da noch die Kunst. Dass beide kreativ sind, etwas schaffen müssen, etwas ausdrücken wollen. Vielleicht auch im stillen Wettbewerb miteinander stehen. Und auch die Frage, was das eigentlich bedeutet, wenn man nicht nur liebt, sondern gleichzeitig etwas erschafft.

Denn da spielt auch Herkunft hinein. Klasse, Geld, Möglichkeiten. Wer kann sich leisten, Kunst zu machen ? Wer kann das Risiko tragen, unsicher zu sein, zu scheitern, weiterzumachen? Und was macht das mit einer Beziehung, wenn nicht beide dieselben Voraussetzungen mitbringen?

Am Ende bleibt die Frage: Können sie gemeinsam durch ihre Krisen gehen? Durch ihre inneren und äußeren? Oder muss jeder seinen Weg allein finden?